10 – 12 Umstellung Buslinien, Trams testen, Zweite Schienenachse

10. Werden Sie dafür eintreten, dass fahrgastreiche Buslinien möglichst schnell auf Straßenbahn umgestellt werden? Spätestens ab ca. 7000-8000 Fahrgästen pro Werktag ist eine Straßenbahn im Betrieb nachweislich wirtschaftlicher.
11. Werden Sie dafür eintreten, dass in Graz regelmäßig verschiedene Straßenbahnmodelle unterschiedlicher Hersteller getestet werden, so wie das derzeit bei den E-Bussen der Fall ist?
12. Der häufige Schienen-Ersatzverkehr mindert die Attraktivität der Grazer Straßenbahn enorm. Werden Sie die Errichtung einer zweiten Schienenachse („Innenstadt-Umfahrung“) und die Errichtung von Wendeschleifen nahe des Zentrums (Keplerbrücke und Südtiroler Platz) in der kommenden Periode forcieren?

Antwort ÖVP

10. Im Gemeinderat sollte 2017 ein aktualisierte Prioritätenreihung für den Straßenbahnausbau ausgearbeitet werden.

11. Straßenbahngarnituren sind nicht von der Stange zu kaufen sondern werden stark projektbezogen customized, daher macht der Aufwand regelmäßiger „Testfahrten“ außerhalb von Ausschreibungen vermutlich nicht viel Sinn. (Kommentar ProBim: Technische Vorzüge und Nachteile einzelner Modelle ließen sich trotzdem in einem Testbetrieb eruieren)

12. Ja

Antwort KPÖ

10. Dass der schienengebundene Verkehr gegenüber Buslinien viele Vorteile bringt und auch von uns positiver gesehen wird, steht außer Zweifel.

11. Unterschiedliche Straßenbahnmodelle sollten unbedingt getestet werden, damit nicht negative Auswirkungen wie bei der Vario-Bahn eintreten.

12. Insbesondere die Innenstadt-Entflechtung steht ganz oben auf unserer Prioritätenliste.

Antwort SPÖ

Selbst in Vorwahlzeiten sollte man so ehrlich und mutig sein, nicht die lauwarmen Eislutscher und das Freibier für alle zu versprechen: „Möglichst schnell“ ist dehnbar – und Fahrgästen, die jetzt zB im übervollen 31er wie Sardinen in einer Dose eingeklemmt sind, nützt es wenig, in Aussicht gestellt zu bekommen, dass vielleicht 2025 oder 2029 Besserung in Sicht ist. Wir werden angesichts der hohen Errichtungskosten und auch der Vorlaufzeiten für Straßenbahnprojekte kurzfristige Lösungen brauchen – vielleicht sind Taktverdichtungen möglich, größere Busse, vielleicht bieten Großraum-Metrobusse oder die E-Busse für manche dieser Linien eine geeignete Entlastung. Da bedarf es einfach eines offenen Zuganges, eines flexibleren Denkens: Der Fahrgast möchte pünktlich, günstig und bequem von A nach B kommen, doch das nicht irgendwann in ferner Zukunft. (Kommentar ProBim: Die Vorteile der Straßenbahn gegenüber Bussen wurden oft genug dargelegt, vor allem auf fahrgastreichen Strecken. Wir glauben kaum, dass die Adaptierung des Netzes für Doppelgelenkbusse etc. weniger aufwendig und kostenintensiv ist, als die Errichtung einer Schienenstrecke. In Frankreich werden inzwischen Spurbusnetze (sog. „Translohr“) auf Straßenbahn umgestellt)

Die doch nicht in jeder Hinsicht positiven Erfahrungen mit der Variobahn zeigen, dass man vor solche Modellentscheidungen sehr genau überlegen, Vor- und Nachteile möglichst auch in der Praxis überprüfen soll. Wenn also wieder eine solche Großinvestition ansteht oder sich interessante technische Neuerungen auftun, die für uns in Graz von Vorteil sein könnten, werden wir jedenfalls dafür eintreten.

Das sind selbstverständlich vorrangige Projekte, die noch umso wichtiger werden, je mehr das Straßenbahnnetz ausgebaut wird. Auch hier wird der künftige Verkehrsreferent gefordert sein, kluge und finanziell machbare Lösungen entwickeln zu lassen. Die wirklich nur kleinräumige Verlängerung der Linie 7 im Bereich der MedUni, deren Sinnhaftigkeit ja von gar nicht wenigen bezweifelt wird, hat an die 30 Millionen Euro gekostet – wir reden auch bei diesen vergleichsweise „kleinen“ Projekten von Großinvestitionen. (Kommentar ProBim: Die Verlängerung der Linie 7 hat nicht 30 Millionen gekostet. Dieser Betrag beinhaltet mehrere Verkehrsmaßnahmen, nicht nur für die Tram, sondern auch für den Radverkehr und zu einem sehr großen Teil auch für den Autoverkehr)

Von der FPÖ haben wir leider keine Antworten bekommen

Antwort Grüne

Ja. Und zwar prioritär mit der Südwest-Linie für die Linien 31 und 32 sowie auf der Nordwest-Linie für den 40er und zum Teil für den Bus 67. Des Weiteren wäre die Achse Hauptbahnhof – Universität (58 und 63) sowie eine Schienenstrecke auf der Linie 34 anzugehen.

Im Falle anstehender Fahrzeugbestellungen ist dies für uns Grüne jedenfalls eine notwendige Voraussetzung Schlussendlich bedeutet das für uns, wenn Graz sich tatsächlich entschließen kann, eine Straßenbahnausbau-Offensive zu starten (und auch durchzuhalten), dass wir regelmäßig die Modelle verschiedener Anbieter testen werden.

Jedenfalls muss die Innenstadtumfahrung (Innenstadtentflechtung) über den Griesplatz und die Elisabethinergasse zum Roseggerhaus realisiert werden. Welche weiteren Maßnahmen zur Minderung der Störungsanfälligkeit tatsächlich realisiert werden können, ist fachlich dringend zu diskutieren. Die beiden vorgeschlagenen Ersatz-Wendeschleifen sollten aus unserer Sicht unbedingt in diese Überlegungen miteinbezogen werden.

Antwort Piraten

Ja, auch durch die Umsetzung vieler einzelner Straßenbahnprojekte – z.B. Uni 1er, oder Ringlinie – könnten Buslinien die zur Zeit Kapazitätsprobleme haben abgelöst werden. Auch eine Optimierung der Linienführungen kann hier helfen. Man muss sich nach dem von uns geforderten extensiven Ausbau der Straßenbahnstrecken anschauen wie sich die Buslinien entwickeln und dann gegebenenfalls neue Streckenführungen planen und testen.

Neue Straßenbahnmodelle müssen unbedingt intensiv auf unseren Strecken getestet werden damit das ideale Produkt für Graz gefunden werden kann. Ausschreibungen und Tests haben transparent und nicht hinter verschlossenen Türen stattzufinden. Die E-Bus-Tests in Graz sehen wir kritisch, da im Moment nur eine Firma zum Zug gekommen ist – wir werden uns aber stark machen, dass auch andere Busse in Graz getestet werden.

Wie schon in Frage 7 dargelegt ist die Entlastungsstrecke aus unserer Sicht extrem wichtig um den Ausbau der Öffis in Graz intensiv vorantreiben zu können.

Antwort Einsparkraftwerk

10) Hier sollten zuerst eine Taktverdichtung und größere Busse, sowie Linienänderungen in Betracht gezogen werden. Wir sind grundsätzlich für eine Umstellung auf Bim bei großer Fahrgast-Frequenz, allerdings erscheint uns die Forderung zu visionär in Anbetracht der derzeit hinkenden Umsetzung wichtigerer Bim-Erweiterungen

11) Auf verschieden Angebote zurückgreifen zu können ist ein Vorteil. Es sollten dann aber auch nicht zu viele verschiedene Systeme parallel laufen.

12) Schön langsam sollten wir anfangen Prioritäten zu setzen 😉Beim Schienenersatzverkehr sollte zuerst einmal eine Ursachen-Analyse gemacht werden. Zusätzliche Wendeschleifen klingen interessant, zuerst sollte aber einmal die baulichen Anforderungen überprüft werden.

Antwort NEOS

Wir NEOS sehen bei vielen Grazer Buslinien (z.B. 31,32, 39,40 …) akuten Handlungsbedarf um diese auf Straßenbahn umzustellen. Dies ermöglicht ein weitaus effizienteres und wirtschaftlicheres Betreiben dieser Strecken. Unser Bestreben spiegelt sich auch bei den von uns favorisierten Projekten zum Ausbau der Straßenbahn in Graz wieder.

Wir NEOS wollen Graz zu einer Vorzeigestadt in Punkto Öffentlicher Verkehr in Europa machen. Das Erproben neuer Verkehrsmittel von neuartigen E-Bussen über autonome Fahrzeuge bis hin zu neuen Straßenbahnmodellen begrüßen wir, sofern dabei auch immer ernsthafte Bestrebungen für eine Verbesserung der Grazer Verkehrssituation ersichtlich sind. Transparente Ausschreibungen sollten im Jahr 2017 selbstverständlich sein.


Eine Innovation die wir sofort in Graz umsetzten wollen ist das Gratis-Ticket, wie in Stuttgart: Für das Ansehen einer kurzen Werbung, darf man dafür gratis mit den Öffis fahren.

Die Errichtung einer Innenstadt Umfahrung hat für uns NEOS gleich eine 2-fache Bedeutung. Sie unerlässlich um eine weitere Verdichtung der Fahrplantaktung zu ermöglichen.

Antwort Tatjana Patrovic

Ad 10 – Falls ein Bedarf besteht und die optimale Finanzierung abgesichert ist – Ja.

Ad 11 – Ja

Ad 12 – In der kommenden Periode glaube ich nicht, dass ich das tun werde.

Von WIR haben wir leider keine Antworten bekommen

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