Die Pro-Bim-Wunschliste für 2019

Funktionierende Displays an Haltestellen sowie in und an Fahrzeugen – Wer ortsunkundig ist und sich über Fahrpläne, Liniennummern oder Wartezeiten informieren möchte, ist oftmals auf hilfsbereite Grazerinnen und Grazer angewiesen. Die Displays an Haltestellen und Fahrzeugen sind nämlich oftmals schwarz, verweisen lapidar auf den „Fahrplanaushang“ oder zeigen nur kryptische Inhalte (Stichwort „Raumschiff Enterprise“). Der Tausch dieser Displays scheint sich zu einem regelrechten Jahrhundertprojekt entwickelt zu haben. Wie routinemäßige Wartungsarbeiten derart aus dem Ruder laufen können, ist für PRO BIM völlig unverständlich. Auch die Echtzeit-Anzeigen der App Qando funktionieren alles andere als verlässlich. Zum Vergleich finden Sie anbei Fotos aus Strasbourg, wo hochwertige Farbdisplays unterschiedlichste Informationen für die Fahrgäste bereithalten. Positiv bemerkt sei das gelungene Display am TIM-Standort Schillerplatz. Derartige Displays sollten auch an den Straßenbahnhaltestellen zum Einsatz kommen.

Besseres Angebot im Abendverkehr – Bereits ab 17:30 Uhr fahren die ersten Straßenbahnen zurück in die Remise. Diese Praxis stammt noch aus einer Zeit, als sämtliche Geschäfte um 18 Uhr geschlossen wurden. Um 19 Uhr werden dann die Linien 3 und 4 eingestellt, um 20 Uhr folgt die Linie 6. Das ist aus Sicht von PRO BIM weder attraktiv, noch zeitgemäß. Wenn es möglich war, in den 90er-Jahren mit vier Linien auch im Abendverkehr durch die Annenstraße zu fahren, sollte dies im Jahr 2018, wo Graz immerhin rund 80.000 Einwohner mehr hat, eine Selbstverständlichkeit sein. Stattdessen wird das Angebot aber halbiert. Wir fordern, dass die sechs regulären Straßenbahnlinien (1, 3, 4, 5, 6, 7) ganztägig und auf ganzer Länge verkehren.

Ein Straßenbahn-Beschleunigungsprogramm – Straßenbahnen, die im Stau stehen, wären in modernen Betrieben (etwa in Strasbourg) völlig undenkbar. In Graz ist dies leider Alltag. PRO BIM fordert bereits seit Jahren Beschleunigungsmaßnahmen für die Leonhardstraße und die Münzgrabenstraße. Bislang ist hier leider nichts passiert. Die täglichen Behinderungen der Tram durch den Autoverkehr können wir anhand zahlreicher Fotos und Videos dokumentieren. Nur wenn die Straßenbahn ihre Fahrgäste schnell und störungsfrei ans Ziel bringt, wird ein echter Anreiz zum Umsteigen geboten.

Funktionierende ÖV-Bevorrangung: Eine volle Straßenbahn kann im Berufsverkehr rund 125 PKW- Fahrten ersetzen. Dass die Tram an Kreuzungen bevorrangt wird, sollte daher selbstverständlich sein. Leider gibt es diesbezüglich in Graz immer häufiger „Unregelmäßigkeiten“, die die Vermutung nahelegen, dass es sich nicht um technische Gebrechen, sondern um bewusste Entscheidungen des Straßenamtes zugunsten des motorisierten Individualverkehrs handelt. Anders ausgedrückt: die mühsam erkämpften ÖV-Bevorrangungen werden möglicherweise heimlich und diskret wieder zurückgenommen. Neue Ampeln, wie etwa jene am Kaiser-Josef-Platz, scheinen indessen gar keine ÖV-Bevorrangung mehr zu haben. Wir fordern hier ein klares Durchgreifen der zuständigen Stadträtin.

Längere Straßenbahnfahrzeuge als Maßnahme gegen Überfüllung – Jahrelang wurde der Einsatz längerer Straßenbahnfahrzeuge versprochen und dann doch wieder aufgeschoben. Auch aktuell ist die Anschaffung von 40-Meter-Zügen nicht geplant, da der dafür notwendige Ausbau der Remise Steyrergasse noch immer nicht erfolgt ist. Das bedeutet weiterhin überfüllte Fahrzeuge – nicht nur zur Hauptverkehrszeit. Am 8.Dezember mussten sogar Fahrgäste an den Haltestellen zurückgelassen werden. Hinzu kommen auf sozialen Medien teilweise angekündigte, aber unbegründete Kursausfälle auf mehreren Linien, die einen zunehmenden Personalmangel vermuten lassen.

Wendemöglichkeiten bei Innenstadtsperren – Bis 2023 soll endlich eine Entlastungsstraße für die Herrengasse geschaffen werden. Für die Linien aus Andritz bedeutet eine Innenstadtsperre aber weiterhin die Einstellung. Betriebliche Wendemöglichkeiten, etwa bei der Keplerbrücke, wurden immer wieder vorgeschlagen, scheinen aber als nicht allzu dringlich angesehen zu werden. Schade.

Einfacher Zugang zu Fahrscheinen – Die jüngsten Pläne der Graz Linien, den Ticketverkauf in Fahrzeugen gänzlich einzustellen, wurden glücklicherweise inzwischen verworfen. Freilich berechtigt ist der Wunsch, das Fahrpersonal zu entlasten. Aus Sicht von PRO BIM sollte der Kauf von Tickets aber möglichst einfach und unkompliziert sein: Stationäre Automaten an allen Straßenbahn- und an wichtigen Bus-Haltestellen, Automaten in jedem Straßenbahnfahrzeug und eventuell zusätzlich auch in Gelenkbussen, ein dichtes Netz von Vorverkaufsstellen (hier könnten die großen Einzelhandelsketten als Partner gewonnen werden) und eine einfache, gut funktionierende App als Ergänzung.

Planung der Südwest- und Nordwestlinien – Die Entwicklung von Reininghaus schreitet voran, die Bezirke Wetzelsdorf und Straßgang wachsen, und auch in Alt-Grottenhof werden ohne Zweifel auf der verkauften Ackerfläche in naher Zukunft Wohnungen stehen. Die Südwestlinie wird von Jahr zu Jahr wichtiger. Ursprünglich sollte sie heuer, 2018, bereits fertig sein, ehe das Projekt durch Verschiebungen und Umplanungen systematisch umgebracht wurde. Indessen wünscht sich auch die Bevölkerung in Gösting einen Nahverkehrsknoten und eine Straßenbahn. Mehr als ein Stück altes Gleis in der Hirtenkloster-Siedlung ist vom Projekt „Nordwestlinie“ aber bis dato nicht zu sehen.

DOWNLOAD: ProBim_Wunschliste2019

Endlich! „Straßenbahn frei“ für sechs Projekte (davon 3 Neubaustrecken)

In der Vergangenheit hat „PRO BIM“ vor allem Kritik geübt: an diversen Versäumnissen beim Straßenbahnausbau und schließlich am wenig überraschenden Scheitern der Mobilitätsziele. Heute gab es jedoch positive Nachrichten: Sechs Tramprojekte, darunter drei Neubaustrecken. Das Grazer Netz könnte bis 2023 um vier Kilometer wachsen und durch zweigleisige Ausbauten erheblich leistungsfähiger werden. Ein Drittel der Kosten übernimmt das Land. Wir fühlen uns – bei aller Bescheidenheit – in unserer nunmehr fast 5-jährigen Arbeit bestätigt hoffen auf eine Umsetzung ohne weitere Verzögerungen!

Erstmals seit Langem gab es auch in finanzieller Hinsicht ein klares Bekenntnis von Stadt und Land zum Ausbau der Straßenbahn. In wenigen Jahren könnten „Reininghaus“ und „Smart City“ an das Schienennetz angeschlossen sein – für eine erfolgreiche Stadtentwicklung unerlässlich! Weiters könnte die Herrengasse endlich entflochten, die Linie 1 großteils und die Linie 5 durchgehend zweigleisig ausgebaut sein.

„Diese Straßenbahnen hält niemand mehr auf“, verkündete Bürgermeister Siegfried Nagl gegenüber dem ORF (http://steiermark.orf.at/news/stories/2893728). In der Tat wäre die Realisierung dieser Projekte ein großer Schritt für Graz. Es ist jedoch unbedingt sicherzustellen, dass der nun vorliegende Zeitplan eingehalten wird, dass Projekte nicht wieder umgereiht oder verschoben werden und insbesondere, dass keine Straßen-Großprojekte forciert werden, solange die entsprechenden Stadtteile nicht zuvor (!) einen Tramanschluss erhalten haben. Nur so lässt sich nämlich eine Mobilitätswende erreichen.

„PRO BIM“ gratuliert den Verantwortlichen und hofft, dass dieser erfolgreichen Ausbauphase schnellstmöglich, spätestens jedoch ab 2023, weitere Projekte folgen werden, etwa die Südwestlinie, die Nordwestlinie, die Anbindung der Karl-Franzens-Uni, die Verlängerung der Linie 5 zum Center West, eine zweite Straßanbahnachse für den stark wachsenden Bezirk Jakomini oder die Anschaffung von längeren und damit leistungsfähigeren Tramfahrzeugen (mindestens 40 Meter Länge).

 

Download: PA_2018-02-05_Straßenbahnausbau_2018-2

Graz ist an den eigenen Mobilitäts-Zielen gescheitert.

Die Hauptgründe hierfür sind ganz ohne Zweifel die unzähligen Verzögerungen und Versäumnisse beim Ausbau des Straßenbahn- Netzes. Anstatt diese Versäumnisse nun endlich aufzuholen geht die Stadt leider einmal mehr den Weg des geringsten Widerstandes – und will die Ziele kurzerhand nach unten korrigieren.

Der Modal Split in Graz wird vom motorisierten Individualverkehr (MIV) dominiert. Die aktuellsten Zahlen, die derzeit noch nicht vorliegen, werden dies mit Sicherheit bestätigen. Wenig überraschend, denn während etwa Linz und Innsbruck ihre Straßenbahnnetze zügig ausbauen, herrscht in der steirischen Landeshauptstadt vor allem Stillstand. Dabei wirken sich gerade in einer wachsenden Stadt höhere Anteile an „sanfter Mobilität“ (ÖV, Radfahrer, Fußgänger) nachweislich positiv auf die Verkehrssituation aus (siehe hierzu beispielsweise „Copenhagenization“ und „Road Diet“).

Da Graz den Ausbau des Schienennetzes seit Jahren verschläft, ist auch die angestrebte Mobilitätswende nicht eingetreten. Spätestens jetzt wäre der ideale Zeitpunkt, um sich an dem Ausbautempo der oben genannten Landeshauptstädte zu orientieren: In Linz wurden durchschnittlich 2 Kilometer pro Jahr neu gebaut. Aber die Politik hat einen einfacheren, bequemeren – aber natürlich auch wenig zielführenden – Weg gewählt: Die Mobilitätsziele wurden kurzerhand für „zu ambitioniert“ erklärt und sollen nun aufgeweicht werden. So kann man Ziele „erreichen“, ohne etwas dafür tun zu müssen. Ein klareres Eingeständnis der gescheiterten Verkehrspolitik in unserer Stadt ist schwer vorstellbar.

 

E-Busse sind keine Alternative zum Straßenbahnausbau – die Straßenbahn ist beliebter

Zuletzt wurde von ÖVP und FPÖ wieder einmal das Thema E-Busse aufgegriffen. Dazu ein Blick in die aktuellen Fahrgastzahlen der Graz Linien: Im Jahr 2017 wurden 117,2 Millionen Passagiere befördert, davon rund 57 Prozent (61,3 Millionen) mit der Straßenbahn, obwohl das derzeitige Schienennetz mit nur sechs Linien und etwa 34 Kilometern Netzlänge viel kleiner als das Busnetz (ca. 40 reguläre Linien) ist. Die Straßenbahn ist und bleibt das beliebteste öffentliche Verkehrsmittel der Grazerinnen und Grazer. Die zahlreichen erfolgreichen Tramprojekte in diversen Städten (aktuell beispielsweise in der zweitgrößten dänischen Stadt Århus – siehe: http://www.urbanrail.net/eu/dk/aarhus/aarhus.htm) untermauern die Erfolgsgarantie der Straßenbahn als modernem urbanen Verkehrsmittel. Wir empfehlen den Verantwortlichen hierzu dringend eine Recherche zum Thema „Straßenbahn- Renaissance“. E-Busse sind eine sinnvolle Ergänzung, aber keine Alternative zum Ausbau der Tram in Graz.

 

Pro Bim fordert: Aktuelle Projekte ohne Verzögerungen umsetzen und weitere Projekte vorbereiten

Die Verlängerungen nach Reininghaus und Smart City, sowie die Entlastungsstrecke über die Neutorgasse sind jedenfalls ohne weitere Verzögerungen in dieser Periode umzusetzen. Die Projekte sind ohnehin nicht mehr im Zeitplan: die Strecken in die neuen Stadtteile sollten ursprünglich 2019 in Betrieb genommen werden, die Entlastungsstrecke eigentlich schon seit Jahrzehnten fertig sein.

Weitere Neubaustrecken (Neuplanung der Südwestlinie, Nordwestlinie, Anbindung der KF-Uni, Verlängerung zum Center West usw.) sind rechtzeitig vorzubereiten, sodass nach Fertigstellung der aktuellen Projekte nahtlos weitergearbeitet werden kann.

 

„Gleichberechtigtes Nebeneinander aller Verkehrsteilnehmer“ bei gleichzeitiger Ablehnung jeglicher Einschränkungen für den MIV ist ein Widerspruch.

Abschließend noch ein paar klare Worte an jene Mitglieder des Gemeinderates, die zwar angeblich für ein gleichberechtigtes Nebeneinander eintreten wollen, dabei aber jegliche Beschränkungen für den Individualverkehr kategorisch ablehnen. Sie sind eingeladen, sich mit dem schwierigen Thema Verkehrsplanung ganzheitlich auseinanderzusetzen und dieses nicht auf Stammtischniveau zu reduzieren. Es sollte allen klar sein, dass die für eine Mobilitätswende benötigte Infrastruktur mitunter nur durch eine Neuorganisation der bestehenden Verkehrsflächen realisiert werden kann.

 

DOWNLOAD: PA 2018-01-22 – Mobilitätsziele

 

Weiterführende Informationen:

VCÖ 4_2016 Kapitel Rückbau von Stadtautobahnen

https://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance_der_Stra%C3%9Fenbahn

 

Neue Hauptstraße statt Südwestlinie – Verkehrspolitik von vorgestern!

Kurz nach der Absage der Südwestlinie forcieren ÖVP und FPÖ den Bau einer neuen Straßenunterführung vom Westen direkt ins Zentrum. Mehr Autos als willkommenes

„Argument“ für die umstrittenen Innenstadt-Tiefgaragen?

PRO BIM hat in den vergangenen Jahren mehrfach davor gewarnt, dass die ständigen Verschiebungen und unsinnigen Umplanungen der Südwestlinie – laut der seriösen „Hüsler-Studie“ die wichtigste Grazer Straßenbahnneubaustrecke – letztlich nur dazu dienen, das Projekt sukzessive zu Grabe zu tragen und somit die notwendigen Eingriffe in den Straßenverkehr zu vermeiden.

Diese Befürchtungen haben sich nunmehr bestätigt. Die Südwestlinie wurde da facto abgesagt, stattdessen soll eine neue Straßenunterführung westlich der Josef-Huber-Gasse einerseits eine Anbindung des Reininghaus-Quartiers, andererseits eine zusätzliche Einfahrtsroute für Pendler aus dem Westen schaffen. Beides nur für den Autoverkehr, versteht sich. Hier gilt es freilich, kritisch nachzufragen:

  • Reininghaus wurde stets als „Öko-Stadtteil“ beworben: viel sanfte Mobilität, kurze Wege, wenig Autoverkehr. Warum benötigt ein solcher Stadtteil erstens überhaupt eine zusätzliche hochrangige Straßenanbindung und zweitens, warum ist diese offenbar wichtiger als die Straßenbahn? Hat sich Graz von dem ursprünglichen Mobilitätskonzept längst verabschiedet?
  • Wäre es nicht sinnvoller, Pendler aus dem Westen auf Park-and-Ride-Anlagen mit Schienenanschluss umzuleiten, anstatt direkt ins ohnehin überlastete Zentrum fahren zu lassen? Auch dafür böte sich die Südwestlinie an.
  • Die beiden aktuellen Garagenprojekte in der Altstadt sind unter Verkehrsexperten umstritten. Mehr Autos im Zentrum könnten aber einen Grund liefern, warum diese Garagen trotz aller Bedenken „benötigt“ würden.

 

PRO BIM fordert, die Planungen für die Südwestlinie nach Fertigstellung des aktuellen Ausbauprogramms (Reininghaus, Smart City, Innenstadtentlastung Neutorgasse) weiter voranzutreiben. Die Unterführung Josef-Huber-Gasse soll nur errichtet werden, wenn sie zu keinen Konflikten mit dem Tramprojekt führt. Fakt ist, dass aufgrund der prognostizierten 24.000 Autofahrten in der Rösslmühlgasse eine Straßenbahn dort nicht mehr genehmigungsfähig wäre.

 

Die Vorteile der Südwestlinie liegen auf der Hand:

  • Wiederanbindung des Griesplatzes an das Schienennetz. Die Bevölkerung im verkehrsbelasteten Bezirk Gries wünscht sich seit langem eine Umgestaltung des Platzes und eine Erhöhung der Lebensqualität. Der Gries wird derzeit bisweilen als „Verkehrsmistkübel“ der Stadt bezeichnet und das geplante Unterführungsbauwerk wird diese Situation noch verschärfen. Da bringen dann auch ein paar kosmetische Umgestaltungsmaßnahmen nichts.
  • Anbindung des Bahnhofes Don Bosco. Die 2007 eröffnete S-Bahn-Haltestelle Don Bosco, wo derzeit drei Linien halten (S3, S5, S6), war von Anfang an für einen Straßenbahnanschluss vorbereitet. Pendler aus Süd, Ost und West könnten dort auf die Tram umsteigen, der Hauptbahnhof würde dadurch entlastet.
  • Anbindung des Cityparks: Der Murpark liefert den Beweis, dass Einkaufszentren mit Tramanschluss auch von überdurchschnittlich vielen ÖV-Fahrgästen besucht werden. Auf Seiersberg und Co. trifft dies nicht zu.
  • Zweite Anbindung für Reininghaus: Nebst der Anbindung von Reininghaus aus dem Norden (Linie 3 oder 4, Fertigstellung geplant für 2021) könnte der neue Stadtteil auch auf einem zweiten Wege angebunden werden. Das erhöht die Flexibilität des Tramnetzes, etwa bei Störungen.
  • Anbindung des GKB-Bahnhofes „Wetzelsdorf“, Anbindung Grottenhof, Straßgang, Seiersberg und und und…Abschließend noch ein kritisches Wort zu den Finanzen: 20 Millionen soll die Unterführung kosten. Dafür könnte man auch eineinhalb Kilometer Straßenbahn bauen. Für die Tram ist merkwürdigerweise nie Geld da, da müssen Land und Bund einspringen. Aber es scheint kein Problem darzustellen, nach dem 180 Millionen teuren Südgürtel einen weiteren Millionenbetrag für den Straßenverkehr buchstäblich zu vergraben.

 

Download der PA: PA-Josef-Huber-Gasse

Unterschriftenliste von „Unser Griespletz“: Unser Griesplatz_Nein_zur_Unte rführung_Josef_Huber_Gasse

Link zur Petition: https://www.openpetition.eu/at/petition/online/lebenswerter-gries-nein-zur-stadtautobahn-durchs-griesviertel

Dilettantischer E-Bus-Testbetrieb – Ein Grund mehr für den sofortigen und schnellen Ausbau unseres Straßenbahnnetzes!

Spätestens im letzten Halbjahr galten E-Busse für manchen politischen Tagträumer als das neue „Allheilmittel“ zur Lösung der Grazer Verkehrsprobleme. Der Bürgermeister sprang bald auf den Zug (oder besser: Bus) auf und alle Verantwortlichen waren erfreut, endlich wieder einen Grund gefunden zu haben, das Straßenbahnnetz nicht ausbauen zu müssen und die Bevölkerung über den Stillstand hinwegtäuschen zu können.

Ratlose Gesichter – Die professionelle Führung eines Verkehrsdienstleisters für über 300.000 Menschen sieht anders aus…
Zur Vorgeschichte: Ab Herbst 2016 sollten neue E-Busse in Graz getestet werden. Fahrzeuge und Lade-Infrastruktur stellte der chinesische Hersteller zur Verfügung, die Stadt musste etwa 1 Million Euro in Installations- und Adaptierungsarbeiten investieren.

An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass Pro Bim den Einsatz von emissionsfreien Elektrofahrzeugen als Ersatz für herkömmliche Dieselbusse – und nicht als Ersatz für erwiesenermaßen sinnvolle und notwendige Tramprojekte – durchaus begrüßt. Als positiv werten wir auch, dass die neuen Fahrzeuge vorher ausgiebig getestet werden. Ein solcher Test sollte jedoch effizient und professionell durchgeführt werden; dies ist in Graz leider nicht der Fall.

Statt wie ursprünglich geplant im Oktober 2016 werden die E-Busse frühestens ab Juni 2017 Fahrgäste transportieren können. Der Grund: gravierende technische Mängel an den Fahrzeugen und eine Holding-Graz-Vorstandsriege, der offensichtlich das nötige Fachwissen für einen solchen Testbetrieb fehlt. Die kalten Temperaturen taten ihr übriges; das Projekt wurde zum ordentlichen Reinfall.

Dies wirft natürlich etliche Fragen auf:

  • Wieso wurden diese Probleme vorher vertuscht und falsche Tatsachen verbreitet? Der Bürgermeister präsentierte Graz auf der Pressekonferenz als Pionierstadt für Elektrobusse, obwohl solche Busse in Deutschland schon in den 1980er Jahren unterwegs waren (Bilder unter: https://goo.gl/MGHTQq).
  • Warum werden hier Mittel für scheinbar unausgereifte Technik verschwendet, obwohl der Zustand der Straßenbahnstrecke nach Mariatrost immer schlechter wird und deren Sanierung bereits 2014 am Programm stand?
  • Warum wurde die Vergabe des Testbetriebes nicht öffentlich ausgeschrieben?
  • Warum lässt sich die Stadt Graz mit Herstellern ein, deren Qualitätsnormen scheinbar gewaltig von den bei uns üblichen Standards abweichen?
  • Warum versucht man immer wieder krampfhaft, neue und scheinbar innovative Verkehrsmittel zu etablieren, obwohl mit der Straßenbahn bereits ein sehr gutes und verlässliches urbanes Verkehrsmittel im Einsatz ist? Der Ausbau und die Attraktivierung des Straßenbahnnetzes müsste für die Politik und Holding Graz eigentlich höchste Priorität haben; mehr als leere Wahlversprechen waren der Bevölkerung in den letzten Jahren aber leider nicht vergönnt.
  • Warum setzt man auf Vorstandsebene und beim Verkehrsstadtrat nicht auf fachlich qualifiziertes Personal?

 

Fazit: Die Kosten für den bisher erfolglosen und unprofessionell durgeführten „Testbetrieb“ tragen die Steuerzahler. Eine Untersuchung dieser Vorgänge sollte jedenfalls zeitnah und unabhängig erfolgen.

Warum diese Missstände erst just nach der Wahl zutage treten, ist freilich eine andere Frage…

 

PDF-Version zum Herunterladen: 2017-02-13 – Testbetrieb E-Busse

Pro Bim fordert hohe Priorisierung des Tramausbaus in den Koalitions-Verhandlungen und sofortige Errichtung der Innenstadt-Entlastungsstrecke

Presse-Aussendung (10.02.2017):

Pro Bim fordert hohe Priorisierung des Tramausbaus in den Koalitions-Verhandlungen und sofortige Errichtung der Innenstadt-Entlastungsstrecke

Am heutigen Freitag entgleiste eine Straßenbahn am Hauptplatz. Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden, jedoch stand der Tramverkehr nördlich des Jakominiplatzes – wieder einmal – stundenlang still. Fahrgäste mussten bis zu 45 Minuten (!!) auf den Ersatzverkehr warten, die Graz Linien nannten massive Behinderungen durch den Individualverkehr als Grund für die Verspätungen.

Hier zeigt sich einmal mehr, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten verkehrspolitisch in Graz verschlafen wurde: Die Entlastungsstrecke für das Nadelöhr Herrengasse lässt noch immer auf sich warten und nach wie vor können sich die öffentlichen Verkehrsmittel nicht ohne Behinderungen durch den Autoverkehr durch die Stadt bewegen; umfassende ÖV-Beschleunigungsprogramme wurden in der Vergangenheit ebenso wenig umgesetzt.

Die Gemeinderatswahlen sind vorbei, derzeit wird über mögliche Koalitionsvarianten verhandelt. Dabei geht es um – zweifellos wichtige – Themen wie Bildung, Integration, Murkraftwerk oder das Wohnungsressort. Der Straßenbahnausbau scheint indessen nach der Wahl wieder in der Versenkung zu verschwinden. Es ist uns zumindest nicht bekannt, dass die Bürgermeisterpartei und Wahlsiegerin ÖVP ein klares Bekenntnis zum Tramausbau aus Voraussetzung für eine Zusammenarbeit in den nächsten Jahren gefordert hätte.

Wir dürfen die Grazer VP daher noch einmal an ihre Wahlversprechen (die bereits 2012 im Programm waren!) erinnern.

·       Bis 2021 soll die Südwestlinie fahren, die wichtige Entlastungsstrecke ist hier inkludiert und sollte im Idealfall schon früher fertig sein.
·       Ebenfalls versprochen hat die ÖVP im Wahlkampf eine Straßenbahn zu den Reininghausgründen (Verlängerung der Linie 3).
·       Auch die Nordwestlinie samt NVK Gösting stand auf dem Wahlprogramm der ÖVP

Wir fordern die Umsetzung dieser Projekte in den nächsten Jahren ohne weitere Verzögerungen. Weiters fordern wir die Anbindung der Smart City an das Straßenbahnnetz, sowie die Errichtung von Wendeschleifen im Bereich Südtiroler Platz und Keplerbrücke, um den Schienen-Ersatzverkehr bei Sperren der Herrengasse auf ein Minimum beschränken zu können.

DOWNLOAD:

PA-Koalition_Innenstadtentlastung

14. Prioritäten – Projekte nach Wichtigkeit (subjektiv) je Partei

  1. Prioritäten – Ein häufiges Problem in Graz ist die ständige Änderung von Prioritäten, sodass quasi umsetzungsreife Projekte häufig wieder nach hinten gereiht werden. Bitte reihen Sie die nachfolgenden Projekte nach Wichtigkeit (subjektiv) und versuchen Sie, einen Wunsch-Zeitplan zu äußern. Je mehr Überschneidungen es gibt, desto klarer wird sich ein Bild abzeichnen, welche Projekte schlussendlich angegangen werden müssen:

 

Kommentar: Der Fragenkatalog enthielt eine relativ lange Liste von Projekten. Uns ging es vor allem darum, Überschneidungen zu ermitteln. Im Folgenden werden wichtigsten fünf Projekte für jede Partei wiedergegeben.

 

Antwort ÖVP

Eine subjektive Wertung würde der Komplexität dieser Frage nicht gerecht. Im Gemeinderat sollte 2017 ein aktualisierte Prioritätenreihung für den Straßenbahnausbau ausgearbeitet werden. (Kommentar: Im Wahlprogramm finden sich die Strecken nach Reininghaus, die Südwestlinie und die Nordwestlinie)

 

Antwort KPÖ

  1. Linie 1 (Ausbau und Sanierung Mariatrost)
  2. Innenstadtumfahrung Elisabethinergasse
  3. Smart City
  4. Südwestlinie 1. Abschnitt
  5. Linie 5 (zweigleisiger Ausbau)

 

Antwort SPÖ

Grundsätzlich haben Sie recht: Wenn sich Prioritätensetzung ständig ändern, ist das nicht gut. Allerdings bedarf es da eines wesentlichen Zusatzes: Das ist nur dann nicht gut, wenn nicht nachvollziehbar gemacht wird, warum sich die Prioritäten geändert haben. Denn auch das muss mitbedacht werden, wenn Kritik an Umreihungen geübt wird: Graz wächst, die Herausforderungen ändern sich damit immer wieder – was natürlich auch sich ändernde Prioritätensetzungen zur Folge haben kann.

Zu ihrer konkreten Fragestellung nach einer „subjektiven“ Reihung: Aus Sicht der SPÖ ist nachhaltige, ziel- und lösungsorientierte Verkehrspolitik nur in Form einer sehr großräumigen, vernetzten, über Einzelaspekte hinausgehenden Gesamtplanung möglich. Wenn man an einem Ende eine Straßenbahn verlängert, sollte man auch die sich daraus ergebenden Möglichkeiten bzw. Konsequenzen mitberücksichtigen: was PendlerInnen, was BewohnerInnen, was Linienanschlüsse außerhalb der Stadtgrenzen und das weitergehende Liniennetz innerhalb der Stadtgrenzen sowie die Auswirkungen auf andere Verkehrsträger betrifft. Eine der Hauptursachen der Verkehrsproblematik in Graz ist wahrscheinlich, dass die Notwendigkeit einer solchen Gesamtschau in der Vergangenheit unterschätzt und zu sehr punktuelle Maßnahmen gesetzt sowie, oftmals nur auf Zuruf (Stichwort Fölling) agiert wurde. Da jetzt ihrem Maßnahmenkatalog eine Reihung zu geben hieße, dieses wenig produktive Kleinklein fortzusetzen: wir müssen all diese Notwendigkeiten mit dem Ist-Zustand verzahnen und daraus eine wirklich sinnvolle Gesamtchoreographie für den Verkehr in Graz machen!

 

Die folgenden Projekte sollten aus jetziger Sicht auf der Prioritätenliste oben zu finden sein:

 

  1. Innenstadtentlastung über die Neutorgasse
  2. Smart City
  3. Reininghaus über Alte Poststraße (Linie 3+)
  4. Anbindung KF-Uni
  5. Südwestlinie

 

Von der FPÖ haben wir leider keine Antworten bekommen

 

Antwort Grüne

  1. Ausbau und Sanierung Linie 1 bis 2018
  2. Smart City bis Schulbeginn 2018
  3. Reininghaus bis Ende 2018/Anfang 2019
  4. Linie 5 – zweigleisiger Ausbau bis 2018
  5. Innenstadtumfahrung Elisabthinergasse bis 2019/20

 

Antwort Piraten

  1. Ausbau und Sanierung Linie 1
  2. Innenstadtumfahrung über Elisabethinergasse
  3. Reininghaus Nord
  4. Smart City

(Anmerkung: Diesen vier Projekte wurden von den Piraten die höchste Priorität eingeräumt, wobei auf eine konkrete Reihung verzichtet wurde. Für all diese Projekte sollte der Baubeginn sofort erfolgen)

 

Antwort Einsparkraftwerk

  1. Ausbau und Sanierung Linie 1
  2. Innenstadt-Entlastung über die Neutorgasse
  3. Reininghaus und/oder
  4. Smart City (je nach Baufortschritt)

 

Antwort NEOS

  1. Innenstadt-Umfahrung über Elisabethinergasse
  2. Anbindung KF-Uni
  3. Reininghaus Nord (Linie 3)
  4. Smart City
  5. Südwestlinie (mindestens bis Don Bosco)

 

Antwort Tatjana Petrovic

  1. Innenstadtentlastung über die Neutorgasse
  2. RegioTram nach Seiersberg
  3. RegioTram nach Fernitz, Grambach und Hausmannstätten
  4. Messendorf
  5. Südwestlinie

 

Von WIR haben wir leider keine Antworten bekommen

 

Schlusswort:

 

Die Gemeinsamkeiten sind offensichtlich.!!!

  • Alle Parteien fordern eine Entlastungsstrecke für die Herrengasse, wobei wir zwei Varianten zur Auswahl angeboten haben.
  • Der Ausbau und die Sanierung der desolaten Linie 1 in Mariatrost darf ebenfalls nicht weiter verschoben werden. Der Baubeginn ist für diesen Sommer geplant.
  • Fast alle Befragten räumen der Tram in die Smart City höchste Priorität ein. Sollte die Finanzierung noch heuer beschlossen werden, könnte die Tram ab 2018 gebaut werden.
  • Die Verlängerung der Linie 3 über Reininghaus zur Hummelkaserne sollte ebenfalls nicht weiter aufgeschoben werden.
  • Die Anbindung der größten steirischen Universität ist ein weiterer Wunsch, den mehrere Wahlwerber geäußert haben. Dieses Projekt war bereits sehr konkret und ist vergleichsweise einfach umzusetzen.
  • Die Südwestlinie schließlich ist das größte und am schlimmsten mit „Aufschieberitis“ infizierte Projekt in Graz. Gibt es endlich einen Spatenstich in der kommenden Periode?

13. Südwestlinie – „Griesplatz-Schleife“

  1. Südwestlinie – „Griesplatz-Schleife“: In der vergangenen Periode wurde eine für die Straßenbahn ziemlich unsinnige Umplanung bei der Südwestlinie beschlossen: Die Tram soll stadteinwärts einen kurvigen und teuren 400-Meter-Umweg über die Augartenbrücke machen. Halten Sie grundsätzlich an dieser Variante fest oder sind sie bereit, mehrere Varianten gegeneinander abzuwägen und sich schließlich für eine zu entscheiden, die für die Straßenbahn nicht nur Nachteile hat

Alle Antworten im PDF…

Antwort ÖVP

Persönlich halte ich von der Griesplatzschleife auch nichts! (Kommentar: Hierbei handelt es sich um eine persönliche Meinung die in diesem Fall nicht der Parteilinie entspricht. Sie zeigt aber, dass die aktuelle „Lösung“ auch ÖVP-intern umstritten zu sein scheint und keinesfalls der Weisheit letzter Schluss für ein 120-Millionen-Projekt sein kann.)

 

Antwort KPÖ

Wir haben uns im Gemeinderat gegen die letztlich beschlossene Variante ausgesprochen, wiewohl diese den Vorteil der Anbindung der GKK hat.  (Kommentar: Die GKK ließe sich auch über eine Haltestelle im Bereich Roseggerkai/Redetzkystraße anbinden. Die Entfernung beträgt weniger als 100 Meter)

 

Antwort SPÖ

Da ist nach langen Diskussionen, nach vielfältigem Abwägen von Vor- und Nachteilen, nach Kosten-Nutzenanalysen verschiedener Varianten letztlich eine Entscheidung getroffen worden, die auch aus Sicht der Mehrheit der Fachleute die in Summe beste Lösung ist. Das jetzt wieder aufzuschnüren, scheint nicht wirklich zielführend zu sein, sondern würde unnötige, enorme Verzögerungen nach sich ziehen. (Kommentar: Dies ist definitiv nicht die „in Summe“ beste Lösung. Es ist die beste Lösung für den Autoverkehr. Für die Straßenbahn hat diese Variante ausschließlich Nachteile. Sie ist nicht nur länger und teurer, durch die engen Kurven ist auch keine attraktive Fahrgeschwindigkeit möglich und der – unnötige – Mischverkehr in der Zweiglgasse wird die Straßenbahn zusätzlich behindern)

 

Von der FPÖ haben wir leider keine Antworten bekommen

 

Antwort Grüne

Dieser von Schwarz und Blau verursachte verkehrspolitische Unsinn ist in der nächsten Periode von einer neuen Stadtregierung und einem neuen Gemeinderat jedenfalls neu zu bewerten! Wir Grüne werden weiterhin klar für die 2011 beschlossene, direkte Trassenführung über die Brückenkopfgasse und die Radetzkybrücke eintreten und erwarten uns von so gut wie allen anderen Parteien ein diesbzgl. Umdenken. Die erheblichen negativen budgetären und betrieblichen Folgen der Griesplatz-Schleife sind bereits bei unserer Antwort auf Frage 1 umrissen, die negativen stadtentwicklerischen Auswirkungen auf den Griesplatz und auf das gesamte Umfeld, das der weiterhin immens starke Autoverkehr den die schwarz-blaue Schleifen-Variante auch mit sich bringen würde, sollen aber auch nicht unerwähnt bleiben.

 

Antwort Piraten

Wir haben uns gegen diese Streckenführung im Gemeinderat stark gemacht. Weiters wünschen wir uns einen offenen Gestaltungsprozess bei dem die BewohnerInnen des Griesplatzes mit in die Planungen und Umsetzung eingebaut werden. Es gibt im Rahmen der Neugestaltung des Griesplatz große Chancen und die müssen genutzt werden.

 

Antwort Einsparkraftwerk

Wir sind der Meinung, dass hier der Projektablauf überprüft werden muss, bevor Änderungen beantragt werden. Ev. sollten die Fahrgäste auch befragt werden. Gegen das Murkraftwerk wurde eine Volksbefragung initiiert. Könnte so etwas auch für den öffentlichen Verkehr in Graz gemacht werden?

 

Antwort NEOS

Wir NEOS sind der Meinung, dass bei der Planung der Innenstadt-Umfahrung über die Elisabethinergasse und  der Süd-West-Linie eine Attraktivierung der Fahrzeit eine wesentliche Rolle spielen sollte. Daher werden wir NEOS uns dafür einsetzen, dass grundsätzlich bis zur Entschlussfassung alle möglichen Varianten der Linienführung abgewogen werden.

 

Antwort Tatjana Patrovic

Ich bin immer bereit, mehrere Variante gegeneinander abzuwägen.

 

Von WIR haben wir leider keine Antworten bekommen

10 – 12 Umstellung Buslinien, Trams testen, Zweite Schienenachse

10. Werden Sie dafür eintreten, dass fahrgastreiche Buslinien möglichst schnell auf Straßenbahn umgestellt werden? Spätestens ab ca. 7000-8000 Fahrgästen pro Werktag ist eine Straßenbahn im Betrieb nachweislich wirtschaftlicher.
11. Werden Sie dafür eintreten, dass in Graz regelmäßig verschiedene Straßenbahnmodelle unterschiedlicher Hersteller getestet werden, so wie das derzeit bei den E-Bussen der Fall ist?
12. Der häufige Schienen-Ersatzverkehr mindert die Attraktivität der Grazer Straßenbahn enorm. Werden Sie die Errichtung einer zweiten Schienenachse („Innenstadt-Umfahrung“) und die Errichtung von Wendeschleifen nahe des Zentrums (Keplerbrücke und Südtiroler Platz) in der kommenden Periode forcieren?

Antwort ÖVP

10. Im Gemeinderat sollte 2017 ein aktualisierte Prioritätenreihung für den Straßenbahnausbau ausgearbeitet werden.

11. Straßenbahngarnituren sind nicht von der Stange zu kaufen sondern werden stark projektbezogen customized, daher macht der Aufwand regelmäßiger „Testfahrten“ außerhalb von Ausschreibungen vermutlich nicht viel Sinn. (Kommentar ProBim: Technische Vorzüge und Nachteile einzelner Modelle ließen sich trotzdem in einem Testbetrieb eruieren)

12. Ja

Antwort KPÖ

10. Dass der schienengebundene Verkehr gegenüber Buslinien viele Vorteile bringt und auch von uns positiver gesehen wird, steht außer Zweifel.

11. Unterschiedliche Straßenbahnmodelle sollten unbedingt getestet werden, damit nicht negative Auswirkungen wie bei der Vario-Bahn eintreten.

12. Insbesondere die Innenstadt-Entflechtung steht ganz oben auf unserer Prioritätenliste.

Antwort SPÖ

Selbst in Vorwahlzeiten sollte man so ehrlich und mutig sein, nicht die lauwarmen Eislutscher und das Freibier für alle zu versprechen: „Möglichst schnell“ ist dehnbar – und Fahrgästen, die jetzt zB im übervollen 31er wie Sardinen in einer Dose eingeklemmt sind, nützt es wenig, in Aussicht gestellt zu bekommen, dass vielleicht 2025 oder 2029 Besserung in Sicht ist. Wir werden angesichts der hohen Errichtungskosten und auch der Vorlaufzeiten für Straßenbahnprojekte kurzfristige Lösungen brauchen – vielleicht sind Taktverdichtungen möglich, größere Busse, vielleicht bieten Großraum-Metrobusse oder die E-Busse für manche dieser Linien eine geeignete Entlastung. Da bedarf es einfach eines offenen Zuganges, eines flexibleren Denkens: Der Fahrgast möchte pünktlich, günstig und bequem von A nach B kommen, doch das nicht irgendwann in ferner Zukunft. (Kommentar ProBim: Die Vorteile der Straßenbahn gegenüber Bussen wurden oft genug dargelegt, vor allem auf fahrgastreichen Strecken. Wir glauben kaum, dass die Adaptierung des Netzes für Doppelgelenkbusse etc. weniger aufwendig und kostenintensiv ist, als die Errichtung einer Schienenstrecke. In Frankreich werden inzwischen Spurbusnetze (sog. „Translohr“) auf Straßenbahn umgestellt)

Die doch nicht in jeder Hinsicht positiven Erfahrungen mit der Variobahn zeigen, dass man vor solche Modellentscheidungen sehr genau überlegen, Vor- und Nachteile möglichst auch in der Praxis überprüfen soll. Wenn also wieder eine solche Großinvestition ansteht oder sich interessante technische Neuerungen auftun, die für uns in Graz von Vorteil sein könnten, werden wir jedenfalls dafür eintreten.

Das sind selbstverständlich vorrangige Projekte, die noch umso wichtiger werden, je mehr das Straßenbahnnetz ausgebaut wird. Auch hier wird der künftige Verkehrsreferent gefordert sein, kluge und finanziell machbare Lösungen entwickeln zu lassen. Die wirklich nur kleinräumige Verlängerung der Linie 7 im Bereich der MedUni, deren Sinnhaftigkeit ja von gar nicht wenigen bezweifelt wird, hat an die 30 Millionen Euro gekostet – wir reden auch bei diesen vergleichsweise „kleinen“ Projekten von Großinvestitionen. (Kommentar ProBim: Die Verlängerung der Linie 7 hat nicht 30 Millionen gekostet. Dieser Betrag beinhaltet mehrere Verkehrsmaßnahmen, nicht nur für die Tram, sondern auch für den Radverkehr und zu einem sehr großen Teil auch für den Autoverkehr)

Von der FPÖ haben wir leider keine Antworten bekommen

Antwort Grüne

Ja. Und zwar prioritär mit der Südwest-Linie für die Linien 31 und 32 sowie auf der Nordwest-Linie für den 40er und zum Teil für den Bus 67. Des Weiteren wäre die Achse Hauptbahnhof – Universität (58 und 63) sowie eine Schienenstrecke auf der Linie 34 anzugehen.

Im Falle anstehender Fahrzeugbestellungen ist dies für uns Grüne jedenfalls eine notwendige Voraussetzung Schlussendlich bedeutet das für uns, wenn Graz sich tatsächlich entschließen kann, eine Straßenbahnausbau-Offensive zu starten (und auch durchzuhalten), dass wir regelmäßig die Modelle verschiedener Anbieter testen werden.

Jedenfalls muss die Innenstadtumfahrung (Innenstadtentflechtung) über den Griesplatz und die Elisabethinergasse zum Roseggerhaus realisiert werden. Welche weiteren Maßnahmen zur Minderung der Störungsanfälligkeit tatsächlich realisiert werden können, ist fachlich dringend zu diskutieren. Die beiden vorgeschlagenen Ersatz-Wendeschleifen sollten aus unserer Sicht unbedingt in diese Überlegungen miteinbezogen werden.

Antwort Piraten

Ja, auch durch die Umsetzung vieler einzelner Straßenbahnprojekte – z.B. Uni 1er, oder Ringlinie – könnten Buslinien die zur Zeit Kapazitätsprobleme haben abgelöst werden. Auch eine Optimierung der Linienführungen kann hier helfen. Man muss sich nach dem von uns geforderten extensiven Ausbau der Straßenbahnstrecken anschauen wie sich die Buslinien entwickeln und dann gegebenenfalls neue Streckenführungen planen und testen.

Neue Straßenbahnmodelle müssen unbedingt intensiv auf unseren Strecken getestet werden damit das ideale Produkt für Graz gefunden werden kann. Ausschreibungen und Tests haben transparent und nicht hinter verschlossenen Türen stattzufinden. Die E-Bus-Tests in Graz sehen wir kritisch, da im Moment nur eine Firma zum Zug gekommen ist – wir werden uns aber stark machen, dass auch andere Busse in Graz getestet werden.

Wie schon in Frage 7 dargelegt ist die Entlastungsstrecke aus unserer Sicht extrem wichtig um den Ausbau der Öffis in Graz intensiv vorantreiben zu können.

Antwort Einsparkraftwerk

10) Hier sollten zuerst eine Taktverdichtung und größere Busse, sowie Linienänderungen in Betracht gezogen werden. Wir sind grundsätzlich für eine Umstellung auf Bim bei großer Fahrgast-Frequenz, allerdings erscheint uns die Forderung zu visionär in Anbetracht der derzeit hinkenden Umsetzung wichtigerer Bim-Erweiterungen

11) Auf verschieden Angebote zurückgreifen zu können ist ein Vorteil. Es sollten dann aber auch nicht zu viele verschiedene Systeme parallel laufen.

12) Schön langsam sollten wir anfangen Prioritäten zu setzen 😉Beim Schienenersatzverkehr sollte zuerst einmal eine Ursachen-Analyse gemacht werden. Zusätzliche Wendeschleifen klingen interessant, zuerst sollte aber einmal die baulichen Anforderungen überprüft werden.

Antwort NEOS

Wir NEOS sehen bei vielen Grazer Buslinien (z.B. 31,32, 39,40 …) akuten Handlungsbedarf um diese auf Straßenbahn umzustellen. Dies ermöglicht ein weitaus effizienteres und wirtschaftlicheres Betreiben dieser Strecken. Unser Bestreben spiegelt sich auch bei den von uns favorisierten Projekten zum Ausbau der Straßenbahn in Graz wieder.

Wir NEOS wollen Graz zu einer Vorzeigestadt in Punkto Öffentlicher Verkehr in Europa machen. Das Erproben neuer Verkehrsmittel von neuartigen E-Bussen über autonome Fahrzeuge bis hin zu neuen Straßenbahnmodellen begrüßen wir, sofern dabei auch immer ernsthafte Bestrebungen für eine Verbesserung der Grazer Verkehrssituation ersichtlich sind. Transparente Ausschreibungen sollten im Jahr 2017 selbstverständlich sein.


Eine Innovation die wir sofort in Graz umsetzten wollen ist das Gratis-Ticket, wie in Stuttgart: Für das Ansehen einer kurzen Werbung, darf man dafür gratis mit den Öffis fahren.

Die Errichtung einer Innenstadt Umfahrung hat für uns NEOS gleich eine 2-fache Bedeutung. Sie unerlässlich um eine weitere Verdichtung der Fahrplantaktung zu ermöglichen.

Antwort Tatjana Patrovic

Ad 10 – Falls ein Bedarf besteht und die optimale Finanzierung abgesichert ist – Ja.

Ad 11 – Ja

Ad 12 – In der kommenden Periode glaube ich nicht, dass ich das tun werde.

Von WIR haben wir leider keine Antworten bekommen