Tramausbau ohne Hilfe des Landes nicht möglich!

Was haben Mainz, Linz und Innsbruck gemeinsam? – Alle drei Städte bauen ihre Straßenbahnnetze im großen Stil aus und erhalten dafür Geld von den jeweiligen Ländern.

Graz wird beim Tramausbau leider weiterhin vom Land Steiermark alleine gelassen. Und das, obwohl mehr als die Hälfte aller Steirerinnen und Steirer im Großraum Graz lebt und die Stadt auch die Infrastruktur für unzählige Personen mit „Zweitwohnsitz“ (u.a. tausende Studierende) bereitstellen muss.

Pro Bim fordert, dass das Land Steiermark endlich Verantwortung übernimmt und sich an der Finanzierung der Grazer Straßenbahnprojekte beteiligt. Anders werden diese nicht umsetzbar sein. Ein Sparbudget zu Lasten des öffentlichen Verkehrs wird weitaus kostspieligere Konsequenzen haben!

 VariobahnSmartCity

Ein Blick nach Mainz, Linz und Innsbruck:

  • In Mainz wird gerade eine fast 10 Kilometer lange Neubaustrecke, die „Mainzelbahn“, errichtet. Die Kosten von etwa 90 Mio. Euro teilen sich Stadt, Land und Bund. Zur Erinnerung: Der Grazer Südgürtel, der vom Land großzügig mitfinanziert wird, kostet das Doppelte für zwei Kilometer!
  • In Linz wird derzeit in mehreren Etappen die Linie 3 zur RegioTram ausgebaut. Sie fährt inzwischen weit über die Stadtgrenze hinaus bis zur „Trauner Kreuzung“. Eine weitere Verlängerung ist in Bau. Die Errichtung einer zweiten Schienenachse steht in Linz unmittelbar bevor. Ohne das Land Oberösterreich wären auch diese Projekte nie finanzierbar gewesen.
  • Auch Innsbruck setzt derzeit die Verknüpfung der Stubaitalbahn mit dem Straßenbahnnetz um. Somit wird in der Tiroler Landeshauptstadt künftig ebenfalls eine RegioTram verkehren. Weiters wird die überlastete Buslinie O auf Straßenbahn umgestellt, da – so die Innsbrucker Verkehrsbetriebe – ein normaler Straßenbahnzug um die Hälfte mehr, die künftige Doppelgarnituren sogar dreimal so viele Fahrgäste befördern können, wie ein Gelenkbus. Ein weiterer klarer Beweis für die Überlegenheit der Straßenbahn in punkto Kapazität (Grafik: Innsbrucker Verkehrsbetriebe).

Grafik IVB

Pro Bim fordert: Alle Parteien sollen sich zum Tramausbau bekennen!

Das Land Steiermark muss Graz beim Ausbau des Schienennetzes endlich unterstützen! Dazu wäre es aber hilfreich, wenn alle Parteien geschlossen auftreten und einstimmig den Tramausbau in Graz einfordern würden. Leider tanzen immer wieder einzelne Personen aus der Reihe: SPÖ-Chef Michael Ehmann schlug vor einigen Tagen vor, E-Busse statt Straßenbahnen nach Reininghaus und zur Smart City zu schicken. Dass (E-)Busse nicht nur weniger leistungsfähig sondern aus Fahrgastsicht auch viel weniger attraktiv als ein modernes Schienenfahrzeug sind, scheint ihm entgangen zu sein. Bürgermeister Siegfried Nagl wiederum antwortete auf die Frage, was Graz städtebaulich dringend benötige: „Die Sicherstellung des öffentlichen Verkehrs“. Das ist natürlich positiv, ABER: Im nächsten Satz wurden nur die neuen E-Busse erwähnt. Von der Straßenbahn und deren Ausbau kein Wort. Dabei hatte die ÖVP sowohl die Südwest- als auch die Nordwestlinie in ihrem Wahlprogramm von 2012.

Pro Bim befürchtet, dass die derzeit aufkeimende „E-Bus-Euphorie“ den Straßenbahnausbau weiter verzögern könnte. Jeder Versuch, Tramprojekte durch Buskonzepte zu ersetzen, wird kläglich scheitern, unsere Stadt verkehrspolitisch um Jahrzehnte zurückwerfen und im Endeffekt sowohl viel Zeit als auch viel Geld kosten!

DOWNLOAD: PA_Tramausbau_ohne_Land_nicht_moeglich

PRO BIM fodert: Höchste Priorität für SW-Linie und Innenstadrumfahrung!

Ob Sportveranstaltung, Demo oder Volksfest – die zentrale Herrengasse ist nicht nur die wichtigste Schienenachse in Graz, sondern auch beliebter Veranstaltungsort. Bei den häufigen Sperren wird ein großer Teil des Grazer Straßenbahn-Netzes lahmgelegt. Auch die Umgestaltung des Griesplatzes hängt wesentlich der Errichtung einer Innenstadt-Umfahrung ab. Der Baubeginn muss so schnell wie möglich erfolgen!

Innenstadt-Umfahrung: Alte Variante blockiert – neue Variante unnötig verzögert

Bereits seit langem ist eine zweite Schienenachse zur Entastung bzw. Umfahrung der Herrengasse in Planung. In den letzten Jahrzehnten (!) war hier allerdings kein nennenswerter Fortschritt zu bemerken. Die Variante über die Neutorgasse wurde von kurzsichtigen Politikern blockiert, die aktuelle Variante über den Griesplatz wurde an das Südwestlinien-Projekt gekoppelt uns mit diesem um mindestens fünf weitere Jahre verschoben.

Südwestlinie: Seit 40 Jahren verschoben, verschoben und verschoben…

Die Südwestlinie ist ein Projekt von enormer Wichtigkeit. Das tägliche Fahrgastpotenzial liegt bei mindestens 25.000 Menschen. Der Bahnhof Don Bosco sowie das Einkaufszentrum „Citypark“ könnten endlich eine Tram-Anbindung bekommen (siehe dazu unsere beigefügte Netzgrafik), und auch das Stadtentwicklungsprojekt Reininghaus würde von der neuen Linie profitieren, unabhängig von der geplanten Anbindung via Alte Poststraße. Die so entstehende zweite Schienenachse würde die Flexibilität des Grazer Tramnetzes enorm erhöhen; Verlängerungsoptionen bis nach Seiersberg (RegioTram) runden das Projekt ab.

Griesplatz-Umgestaltung: Mit Tram – aber bitte richtig!

Um den Autoverkehr möglichst wenig zu beschränken wurde im Jahr 2014 eine neue Streckenführung für die SW-Linie beschlossen, welche für die Straßenbahn ausschließlich Nachteile (!!!) hat (länger, teurer, enge Kurven, störungsanfällige Mischverkehrsführung). Pro Bim fordert weiterhin die Revision dieses Beschlusses. Die Bevölkerung wartet seit Jahren auf die Umgestaltung des Griesplatzes. Statt Verkehrsberuhigung und attraktiver ÖV-Anbindung wird es aber nur noch mehr KFZ-Verkehr durch die neue Unterführung westlich der Josef-Huber-Gasse geben.

Anlage 1 - Strassenbahn Radetzkybruecke

Foto einer Straßenbahn auf der Radetzkybrücke am Weg vom bzw. zum Griesplatz.
Diese Strecke wurde 1971 stillgelegt (© Gerrit Freistätter).

FORDERUNG: Innenstadtumfahrung SOFORT umsetzen und Großprojekte (SW-Linie, NW-Linie) in kleineren Etappen realisieren!

Bis 2019 (hoffentlich!) soll die Straßenbahn nach Reininghaus und zur Smart City fahren. Auch diese beiden Ziele wären derzeit nur über die Herrengasse erreichbar. Pro Bim fordert daher eine möglichst zeitnahe Umsetzung der Umfahrungsstrecke. Weiters sollen Großprojekte wie die Südwest- oder Nordwestlinie in kleineren Etappen, dafür kontinuierlich errichtet werden. Eine neue Straßenbahnlinie, die Jahr für Jahr wächst, vermittelt der Bevölkerung den Eindruck von Fortschritt. Eine um Jahre verschobene Linie vermittelt indessen Stillstand.

Anlage 2 - Netzplan_SW-Linie

Netzgrafik mit den von Pro Bim geforderten Ausbauten in Zusammenhang mit der Südwest-Linie. Besonders wichtig aus unserer Sicht die Verbindung Griesplatz-Karlauergürtel (Linie 5) als zusätzliche Schienenachse. Ebenso die Anbindung des Cityparks in zwei möglichen Varianten (© Pro Bim).

Abschließend ist zu bemerken, dass die in jeder Hinsicht für ihre vorbildliche Straßenbahn-Politik zu lobende Stadt Linz ebenfalls eine zweite Schienenachse errichten will. Obwohl diese teilweise unterirdisch verlaufen und mindestens 300 Mio. Euro kosten soll, wird sie voraussichtlich früher fertig werden, als das wesentlich weniger spektakuläre aber mindestens genauso wichtige wichtige Grazer Pendant.

Ebenso ist zu erwarten, dass die besagte Unterführung vor der Tram in Betrieb gehen wird. Ein Armutszeugnis für die Grazer ÖV-Politik und definitiv ein falsches Signal für den angeblichen „Öko-Stadtteil“ Reininghaus!

DOWNLOAD: PA-Griesplatz_Innenstadtentlastung_201608

E-Busse sind KEIN Ersatz für den Tram-Ausbau!

SPÖ-Chef M. Ehmann sieht in E-Bussen eine Alternative zu „teuren“ Straßenbahnprojekten. Abgesehen von der fachlichen Unrichtigkeit sind derartige Aussagen überaus kontraproduktiv für den ohnehin schleppenden Tramausbau in Graz. Wir erwarten auch von der Grazer SPÖ ein klares Bekenntnis zur Straßenbahn und deren Ausbau!

 

National und international setzen wachsende Städte auf die Erweiterung ihrer Schienennetze. In Graz wird indessen immer wieder krampfhaft versucht, Alternativen zur Straßenbahn zu finden. In früheren Jahrzehnten waren es U-Bahn und Mini-Metro, dann die Gondel und nun eben E-Busse. Frei nach dem Motto: Hauptsache, keine Tram!

 

Abgesehen von umweltfreundlicheren Antrieb haben E-Busse keine Vorteile gegenüber herkömmlichen Bussen. Daraus ergibt sich im Umkehrschluss, dass Schienenfahrzeuge enorme Vorzüge haben, auf die Pro Bim regelmäßig hinweist.

 

  • Die „Bim ist attraktiver – Fahrgäste benutzen lieber Schienenfahrzeuge. Dieses Phänomen ist als „Schienenbonus“ bekannt und lässt sich in unzähligen Städten einwandfrei reproduzieren. Dass in Graz mit den sechs Straßenbahnlinien Jahr für Jahr mehr Menschen fahren, als mit allen Buslinien, ist ebenfalls hinlänglich bekannt.
    • In Wien hatten die 29 Straßenbahnlinien im Jahr 2014 etwa 304 Mio. Fahrgäste, die 115 Buslinien nur knapp 187 Mio. Hierbei ist zu bemerken, dass das Busnetz kilometermäßig etwa viereinhalb mal so groß ist (Quelle: Wiener Linien).
    • Auch in Linz liegt die Tram mit 60 Mio. Fahrgästen (2014) deutlich vor den Bussen mit 47 Mio. (Quelle: linz.at)
  • Die „Bim“ ist leistungsfähiger – Eine Tramlinie kann wesentlich mehr Menschen transportieren als eine Buslinie. Die fahrgastreichste Linie in Graz (Linie 7) befördert pro Tag fast 50.000 Menschen, die fahrgastreichste Buslinie (Linie 40) etwa 16.000, also ungefähr ein Drittel. Die Schienen repräsentieren darüber hinaus gut sichtbar ein hochrangiges Verkehrsmittel.
  • Die „Bim“ ist schöner – Busse benötigen eine asphaltierte oder betonierte Fahrbahn. Straßenbahnen können auch auf Rasengleisen dahingleiten. Die Gestaltung von ÖV-Trassen nach französischem Vorbild sollte in Graz künftig viel stärker ins Zentrum des Interesses rücken.
  • Die „Bim“ ist wirtschaftlicher – Der in Bezug auf Ehmanns Aussage vielleicht wichtigste Punkt: Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat errechnet, dass bereits bei 4000 Fahrgästen pro Tag und Richtung eine Straßenbahnlinie wirtschaftlicher ist. Dieses Kriterium erfüllen in Graz zumindest die Buslinien 31, 32, 33, 34/34E, 40, 63 und 67/67E. Für die meisten dieser Linien gibt es bereits Straßenbahnprojekte (Südwestlinie, Nordwestlinie…). Ein Grund mehr, diese endlich umzusetzen.

Ehmann erklärt, er wolle die Menschen zum freiwilligen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen. Dazu bedarf es aber eines attraktiven und leistungsfähigen Schienen-Systems, das durch Busse sinnvoll ergänzt werden kann. Graz hat seit fast 140 Jahren eine Straßenbahn, und die Politik sollte nicht immer versuchen, diese schlecht zu reden und nach vermeintlich besseren Lösungen zu suchen.

 

Abschließend sei noch klargestellt: Wir lehnen E-Busse nicht ab; sie sind eine gute Alternative zu Dieselbussen. Aber sie sind keine Alternative zur Straßenbahn. Der Ausbau des Grazer Tramnetzes ist ohne Alternative und muss so schnell wie möglich, konsequent und kontinuierlich in Angriff genommen werden!

DOWNLOAD: PA – Auch E-Busse ersetzen keine Strassenbahn

 

Innsbruck investiert 150 Mio. in die Tram – und Graz??

Den zahlreichen positiven europäischen Vorbildern folgend bauen die österreichischen Straßenbahnstädte ihre Netze derzeit massiv aus. Neben der Vorzeigestadt Linz haben auch Wien, Gmunden und Innsbruck in den letzten Jahren eindrucksvolle Projekte buchstäblich auf Schiene gebracht.

Nun nimmt die Tiroler Landeshauptstadt weitere 150 Millionen Euro für den Ausbau des Straßenbahn- und Regiotram-Netzes – nach eigenen Angaben das, neben dem Brennertunnel, größte Infrastrukturprojekt Westösterreichs – in die Hand; finanziert mittels eines Kredits der Europäischen Investitionsbank. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass Insbruck mit derzeit etwa 130.000 Einwohnern nicht einmal halb so groß wie Graz ist. Dennoch rüsten sich die Tiroler für die Zukunft, wohingegen in unserer Murmetropole ein ganzheitliches Verkehrskonzept auf sich warten lässt…

Mit 150 Millionen Euro ließen sich in Graz die ersten beiden Bauabschnitte der Südwestlinie, die immens wichtige Innenstadtentlastung (Linz baut derzeit um 300 Mio. Euro eine zweite Schienenachse zur Entlastung der Landstraße!) und die Verlängerungen nach Reininghaus und zur Smart City realisieren. Vorausgesetzt, die Kosten dieser Projekte werden nicht durch weitere unnötige Verzögerungen in die Höhe getrieben.

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Stichwort: „Schienenbonus“

Pro Bim hat in der Vergangenheit immer wieder auf die Vorzüge der Straßenbahn hingewiesen. Aus unserer Sicht ist die Tram das perfekte Nahverkehrsmittel für mittelgroße Städte:

  • Die Straßenbahn ist bei den Fahrgästen beliebter. Seit Jahrzehnten haben die sechs Grazer Tramlinien mehr Fahrgäste als alle Buslinien gemeinsam. Auf der Strecke Linz-Traun haben sich die Fahrgastzahlen seit der Umstellung von Bussen auf die RegioTram verdoppelt (Quelle: VCÖ)!
  • Die Straßenbahn gilt in der Straßenverkehrsordnung als höherrangiges Verkehrsmittel. Rein theoretisch müsste eine Tram wann immer es möglich ist auf eigenen Trassen fahren (in Graz wird das geflissentlich ignoriert). Diese Trassen können als Rasengleise ansprechend gestaltet werden.
  • Die Straßenbahn hat höhere Kapazitäten. Die fahrgastreichste Straßenbahnlinie in Graz transportiert etwa dreimal so viele Menschen wie die fahrgastreichste Buslinie. In Budapest sind die Straßenbahnzüge inzwischen bis zu 56 Meter lang und haben Platz für über 300 Personen. Kein Bus der Welt kann so viele Fahrgäste befördern.
  • Zu guter Letzt: Die Straßenbahn ist wirtschaftlicher. Die höheren Baukosten amortisieren sich somit bei einsprechenden Fahrgastzahlen, da die Betriebskosten niedriger sind, als bei einer Buslinie (Experten gehen davon aus, dass spätestens bei 10.000 täglichen Fahrgästen eine Buslinie unwirtschaftlich ist und auf Straßenbahn umgestellt werden sollte).

Leider sitzen in Graz noch immer Blockierer und Verhinderer an den Hebeln der Macht. Personen, die lieber das x-te neue Busmodell testen, weiterhin an das Märchen der „autogerechten Stadt“ glauben, 180 Millionen für zwei Kilometer Straße am Südgürtel verpulvern oder unsinnige Gondelplanungen forcieren, anstatt sich endlich um den Ausbau unseres Schienennetzes zu kümmern.

Neidvoll blicken wir nach Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Luxemburg, Tirol oder Oberösterreich, während es für die großen Grazer Projekte weiterhin heißt: Bitte warten!

 

DOWNLOAD:  PA_Insbruck_investiert_150Mio

PRO BIM fordert RegioTram nach Seiersberg

Die Shoppincity Seiersberg (SCS) steht derzeit in Mittelpunkt eines Rechtsstreits. Grund ist die Größe des Einkaufszentrums und auch die damit verbundene Verkehrssituation. Pro Bim wünscht sich eine Lösung im Sinne der sanften Mobilität.

Die Shoppingcity Seiersberg ist nicht nur das größte Einkaufszentrum in der Steiermark, sondern auch das größte in Österreich ohne Schienenanschluss. Die riesige Shopping City Süd vor den Toren Wiens ist mit der Badner Bahn erreichbar, das Donauzentrum in Wien-Kagran mit der U-Bahn (U1) und der Straßenbahn, und die oberösterreichische Plus City in Pasching bei Linz hat seit heuer auch einen Straßenbahnanschluss samt opulenter (von den Betreibern der Plus City selbst errichteter!) Haltestelle (siehe Foto). Laut VCÖ haben sich die Fahrgastzahlen auf der Strecke Linz-Pasching-Traun seit Inbetriebnahme der RegioTram verdoppelt. In Graz hat nur der Murpark eine Straßenbahnanbindung und somit – wenig überraschend – von allen Grazer EKZ auch den höchsten Anteil an Kunden, die mit dem ÖV anreisen.

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Die aufwendig gestaltete Haltestelle der „Plus City“ in Pasching (OÖ).

Bei der Shopping City Seiersberg gibt es zwar eine Bushaltestelle, aber mit dem Komfort eines modernen Schienenfahrzeugs oder auch des eigenen PKW kann dies nicht mithalten. Auch in puncto Erreichbarkeit mit dem Fahrrad und der für Radfahrer angebotenen Parkmöglichkeiten belegte die SCS regelmäßig den letzten Platz in den Wertungen der Radlobby ARGUS.

Kurzum: Das Einkaufszentrum in Seiersberg ist quasi ausschließlich für den Autoverkehr konzipiert und das sollte sich ändern!

Wenn das Land Steiermark einen Weiterbetrieb der Shopping City Seiersberg rechtlich absichern soll, darf dies nicht ohne Gegenleistung seitens der Betreiber erfolgen: Eine RegioTram, von Stadt, Land, Bund und SCS gemeinsam finanziert und realisiert, käme der gesamten Region zugute. Insbesondere böte sie Pendlern eine interessante Alternative zur überlasteten Kärntnerstraße. Auch die längst geplante GKB-Haltestelle in Seiersberg sollte endlich realisiert werden!

 

DOWNLOAD: PA_Seiersberg

Rasengleise statt Asphaltwüsten – Mehr Grün für die Grazer Straßenbahn

 

Rasengleise sind in modernen Straßenbahnbetrieben ein zentrales Gestaltungsmittel. In Graz hingegen haben vollwertige Rasengleise seit Jahren keine Chance und die wenigen verbliebenen werden sukzessive zuasphaltiert.

Die Vorteile eines Rasengleises sind offensichtlich:

  • Die Straßenbahn kann sich vom übrigen Verkehr unabhängig fortbewegen. Angesichts der teilweise massiven Behinderungen der Tram durch den Individualverkehr in Graz wäre dies eine entscheidende Verbesserung der Qualität des ÖV.
  • Rasengleise bringen Grün in den ansonsten kahlen Straßenraum. Berühmt geworden ist in diesem Zusammenhang eine Aussage des ehemaligen Oberbürgermeisters von Nantes, Alain Chénard: „Die Straßenbahn hat uns einen Park gebracht“.
  • Rasengleise haben eine auf natürliche Weise lärmdämmende Wirkung. Hinsichtlich der fortwährenden Diskussion über Lärmschutz in Graz ein interessanter Aspekt und sicher zielführender als Zwangshaltestellen (Reiterkaserne) oder Tempolimits.

Nantes

Ein Rasengleis in Nantes (F)… (Foto: R. Spath)

In Graz gibt es de facto keine Rasengleise. Im besten Fall schaffen es ein paar armselige Grasbüschel zwischen Gittersteinen an die Oberfläche. Vor wenigen Tagen wurde das von der BOKU Wien in der Conrad-von-Hötzendorfstraße angelegte Rasengleis asphaltiert. Das unrühmliche Ende einer von Anfang an misslungenen Straßenumgestaltung (betrifft u.a. auch den Radverkehr).

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…und das traurige Pendant in der Grazer Conrad-von-Hötzendorfstraße

Pro Bim fordert endlich vollwertige Rasengleise anzulegen, so wie sie überall auf der Welt und – um nicht in die Ferne zu schweifen – etwa auch in Linz ein erfolgreiches Beispiel der Symbiose von leistungsfähiger Verkehrs-Infrastruktur und ansprechender Straßengestaltung sind. Möglichkeiten gibt es in Graz  genug!

Download PRESSEMAPPE: Pressematerial_Rasengleis

 

Bis zu 40 Minuten Verspätung am vergangenen Mittwoch – PRO BIM fordert die sofortige Umsetzung eines Straßenbahn-Beschleunigungsprogramms

Ob Wien, Linz, Budapest oder zahlreiche andere, vor allem französische, Städte – in modernen Straßenbahnbetrieben fährt die Tram auf abgetrennten, vom Individualverkehr unabhängigen Gleistrassen. Wo dies aus Platzgründen nicht möglich ist, wird verkehrsberuhigt. Oberste Priorität hat stets die Pünktlichkeit, Leistungsfähigkeit und Attraktivität der Straßenbahn. Der Erfolg gibt den Verantwortlichen Recht.

Graz ist leider – wieder einmal – anders: Weniger als die Hälfte des Grazer Netzes führt über eigene Gleiskörper oder durch verkehrsberuhigte Straßen (z.B. Fußgängerzonen). Ein Großteil verläuft im Mischverkehr, also auf Verkehrsflächen, die gemeinsam mit dem Individualverkehr genutzt werden müssen. Hierbei handelt es sich oftmals um stark befahrene Hauptverkehrsstraßen.

Aus diesem Grund forderte PRO BIM bereits vor Jahren ein Beschleunigungsprogramm, um ein Im-Stau- Stehen der Tram ein für alle Mal zu verhindern. Wieviel davon bis dato umgesetzt wurde – nämlich so gut wie gar nichts – bekamen die Fahrgäste am Mittwoch deutlich zu spüren. Bis zu 40 Minuten betrug die Verspätung auf der Linie 6 laut einer Grazer Tageszeitung, da wäre man zu Fuß schneller gewesen…

Apropos Linie 6: Gerade in der Münzgrabenstraße kommt es täglich, nicht nur vor Feiertagen, zu massiven Behinderungen der Straßenbahn. Obwohl die Straße stellenweise breit genug für eigene Gleiskörper wäre, wurden solche bis dato nicht errichtet. Ebenso gibt es nach wie vor kein Verkehrskonzept für den Dietrichsteinplatz. Der dortige Nachrang für die Straßenbahn ist ein Relikt aus der Zeit der Einführung des innerstädtischen Einbahn-Systems und aus Sicht des ÖV völlig inakzeptabel.

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Die Stadt Graz hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um die Fahrgastzahlen des ÖV zu erhöhen und gleichzeitig den KFZ-Verkehr zu reduzieren. Es ist aber fraglich, ob jene Fahrgäste, die am Mittwoch 40 Minuten auf ihre Bim warten mussten, in Zukunft nicht lieber ein anderes Verkehrsmittel benutzen.

PRO BIM fordert daher abermals die rasche Umsetzung eines konsequenten Straßenbahn- Beschleunigungsprogramms. Verkehrsexperten sind sich längst einig darüber, dass eine Umverteilung oberirdischer Verkehrsflächen zugunsten der „sanften Mobilität“ meist der einfachste, günstigste und effektivste Weg zur Beseitigung von innerstädtischen Verkehrsproblemen ist.

Download (PDF): PA_20160529_Beschleunigungsprogramm_JETZT

Linie 1 darf nicht kaputtgespart werden!

Die erneute Verschiebung der Sanierung der Linie 1 (Mariatroster Strecke) kommt einer schleichenden Einstellung gleich!

Die Strecke im Mariatroster Tal ist in einem desolaten Zustand. Ursprünglich hätte 2014 mit der Sanierung begonnen werden sollen. Damals wurde diese auf 2015 und dann wiederum auf heuer verschoben. Nun wurde der Ausbau anscheinend erneut abgesagt. PRO BIM fürchtet um die Zukunft der Linie 1.IMG_3280b

Als hätte man aus der Vergangenheit, der systematischen Zerstörung von Straßenbahnstrecken in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren, nichts gelernt, wird der Ausbau der Linie 1 nach Mariatrost offenbar so lange verschoben, bis ein sicherer Fahrgasttransport nicht mehr gewährleistet werden kann. Schon jetzt beträgt die erlaubte „Höchst“-Geschwindigkeit an zahlreichen Stellen nur noch 15-20 km/h.

Auch wenn es nach wie vor Personen gibt, die Busse (und Gondeln…) als bessere Alternative zur Straßenbahn ansehen, so hat doch spätestens die inzwischen eingestellte Linie 211 nach Fölling bewiesen, wie attraktiv im Stau stehende Busse in der Mariatroster Straße aus Fahrgastsicht tatsächlich sind.

Hinzu kommt, dass die „Feldstrecke“ zwischen Mariagrün und Mariatrost nicht nur die landschaftlich schönste Straßenbahntrasse in Graz, sondern als vollständig abgetrennte Gleisanlage auch äußerst wenig störungsanfällig ist. Ein Kaputtsparen der Linie 1 nördlich des Hilmteichs führt zu einem massiven Qualitätsverlust des öffentlichen Verkehrs im wachsenden Bezirk Mariatrost. Der Fehlplanung eines völlig deplatzierten Park-&-Ride-Hauses darf keine erneute Fehlentscheidung folgen (vielmehr sollte an einer Verlängerung der Linie 1 getüftelt werden).

PRO BIM fordert, die Sanierung und den Ausbau der Linie 1 entsprechend dem bis zuletzt gültigen Zeitplan ab heuer umzusetzen. Auch wenn heuer nur kleinere Sanierungsarbeiten zur Symptombekämpfung unternommen werden, hätte dies dennoch eine Sperre der Strecke zur Folge, was für die Fahrgäste mindestens einen zusätzlichen Sommer Schienenersatzverkehr bedeuten würde. Wenn Geld für Straßenunterführungen und Gondelplanungen vorhanden ist, muss auch die Erhaltung des Tramnetzes finanzierbar sein!

Download-Version (PDF): PA_20160127_Linie1

PA – RIP Linie 2

Presse-Aussendung (18.01.2016): RIP Linie 2

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Straßenbahntriebwagen der Linie 2 am Geidorfplatz.

 

Vor ziemlich genau 45 Jahren, am 16. Jänner 1971, verkehrte die Linie 2 zum letzten Mal auf ihrer Strecke zur Wormgasse. Seit 45 Jahren klafft eine Lücke in den Liniennummern der Grazer Straßenbahnen. Eine Lücke, die an eine Zeit erinnert, in der kurzsichtige Politiker zahlreiche Straßenbahnstrecken in Graz zerstören ließen, um mehr Platz für Autos und vermeintlich fortschrittlichere Busse zu schaffen.
Spätestens seit den 1990er-Jahren, als in Frankreich die Straßenbahn-Renaissance einsetzte („Die Straßenbahn ist die städtebauliche Idee des Jahrhunderts“ – Alain Chenard, ehem. Oberbürgermeister von Nantes), ist jedoch klar:
• Busse sind der Straßenbahn in puncto Kapazität weit unterlegen
• Busse sind keinesfalls weniger störungsanfällig, insbesondere dann nicht, wenn sie mangels Busspuren im Stau stehen müssen.
• Busse haben eine geringere Akzeptanz bei den Fahrgästen.Schienenfahrzeuge werden als hochrangige Verkehrsmittel wahrgenommen, bei einem Bus ist der Vorteil gegenüber dem eigenen PKW weniger offensichtlich.
• Kurzum: Die Straßenbahn ist das ideale öffentliche Verkehrsmittel für mittelgroße Städte. Weitaus geringere Bau- und Betriebskosten als die – in den 6oer- und 70er-Jahren als Allheilmittel gegen Verkehrsprobleme angesehene – U-Bahn und trotzdem eine beachtliche Leistungsfähigkeit und Attraktivität. Zahlreiche Länder und Städte folgten dem Straßenbahnboom; inzwischen wird sogar in Washington D.C. eine Straßenbahn errichtet.
Auch in Graz werden (endlich) wieder Straßenbahnen geplant (Verlängerungen der Linien 3 und 6, deren Umsetzung hoffentlich bis 2019 erfolgt), jedoch gibt es auch hier immer wieder Stimmen, die versuchen, E-Busse als bessere Alternative zu verkaufen.
E-Busse sind eine sinnvolle Ergänzung des Bus-Fuhrparks, aber aus oben genannten Gründen (diese gelten für alle Arten von Bussen) keine Alternative zum Schienenverkehr! In diesem Zusammenhang kann nicht oft genug betont werden, dass die sechs Grazer Straßenbahnlinien täglich mehr Menschen befördern, als alle Buslinien zusammen, und dass die fahrgastreichste Tramlinie etwa dreimal so viele Personen transportiert, wie die fahrgastreichste Buslinie.
Wir hoffen, dass Graz nun wieder auf „Pro Bim“-Kurs ist, und diesen nicht mehr verlässt. Stark frequentierte Buslinien sollten endlich auf die leistungsfähigere Straßenbahn (Südwest- und Nordwestlinie) umgestellt werden. Weiters fordert PRO BIM, die Lücke in den Liniennummern wieder zu schließen, indem eine neue Linie 2 inklusive der längst überfälligen Anbindung der Karl-FranzensUniversität umgesetzt wird. Die Ostgürtel-Trasse ließe sich dafür sinnvoll nutzen, und das Schreckgespenst einer vierspurigen Hauptverkehrsstraße durch Wohngebiete somit endgültig vertreiben.

Mit straßenbahnfreundlichen Grüßen —–

Pro Bim Graz – Die Initiative für den Öffentlichen Verkehr