Kategorie: Presseaussendungen

Die Pro-Bim-Wunschliste für 2019

Funktionierende Displays an Haltestellen sowie in und an Fahrzeugen – Wer ortsunkundig ist und sich über Fahrpläne, Liniennummern oder Wartezeiten informieren möchte, ist oftmals auf hilfsbereite Grazerinnen und Grazer angewiesen. Die Displays an Haltestellen und Fahrzeugen sind nämlich oftmals schwarz, verweisen lapidar auf den „Fahrplanaushang“ oder zeigen nur kryptische Inhalte (Stichwort „Raumschiff Enterprise“). Der Tausch dieser Displays scheint sich zu einem regelrechten Jahrhundertprojekt entwickelt zu haben. Wie routinemäßige Wartungsarbeiten derart aus dem Ruder laufen können, ist für PRO BIM völlig unverständlich. Auch die Echtzeit-Anzeigen der App Qando funktionieren alles andere als verlässlich. Zum Vergleich finden Sie anbei Fotos aus Strasbourg, wo hochwertige Farbdisplays unterschiedlichste Informationen für die Fahrgäste bereithalten. Positiv bemerkt sei das gelungene Display am TIM-Standort Schillerplatz. Derartige Displays sollten auch an den Straßenbahnhaltestellen zum Einsatz kommen.

Besseres Angebot im Abendverkehr – Bereits ab 17:30 Uhr fahren die ersten Straßenbahnen zurück in die Remise. Diese Praxis stammt noch aus einer Zeit, als sämtliche Geschäfte um 18 Uhr geschlossen wurden. Um 19 Uhr werden dann die Linien 3 und 4 eingestellt, um 20 Uhr folgt die Linie 6. Das ist aus Sicht von PRO BIM weder attraktiv, noch zeitgemäß. Wenn es möglich war, in den 90er-Jahren mit vier Linien auch im Abendverkehr durch die Annenstraße zu fahren, sollte dies im Jahr 2018, wo Graz immerhin rund 80.000 Einwohner mehr hat, eine Selbstverständlichkeit sein. Stattdessen wird das Angebot aber halbiert. Wir fordern, dass die sechs regulären Straßenbahnlinien (1, 3, 4, 5, 6, 7) ganztägig und auf ganzer Länge verkehren.

Ein Straßenbahn-Beschleunigungsprogramm – Straßenbahnen, die im Stau stehen, wären in modernen Betrieben (etwa in Strasbourg) völlig undenkbar. In Graz ist dies leider Alltag. PRO BIM fordert bereits seit Jahren Beschleunigungsmaßnahmen für die Leonhardstraße und die Münzgrabenstraße. Bislang ist hier leider nichts passiert. Die täglichen Behinderungen der Tram durch den Autoverkehr können wir anhand zahlreicher Fotos und Videos dokumentieren. Nur wenn die Straßenbahn ihre Fahrgäste schnell und störungsfrei ans Ziel bringt, wird ein echter Anreiz zum Umsteigen geboten.

Funktionierende ÖV-Bevorrangung: Eine volle Straßenbahn kann im Berufsverkehr rund 125 PKW- Fahrten ersetzen. Dass die Tram an Kreuzungen bevorrangt wird, sollte daher selbstverständlich sein. Leider gibt es diesbezüglich in Graz immer häufiger „Unregelmäßigkeiten“, die die Vermutung nahelegen, dass es sich nicht um technische Gebrechen, sondern um bewusste Entscheidungen des Straßenamtes zugunsten des motorisierten Individualverkehrs handelt. Anders ausgedrückt: die mühsam erkämpften ÖV-Bevorrangungen werden möglicherweise heimlich und diskret wieder zurückgenommen. Neue Ampeln, wie etwa jene am Kaiser-Josef-Platz, scheinen indessen gar keine ÖV-Bevorrangung mehr zu haben. Wir fordern hier ein klares Durchgreifen der zuständigen Stadträtin.

Längere Straßenbahnfahrzeuge als Maßnahme gegen Überfüllung – Jahrelang wurde der Einsatz längerer Straßenbahnfahrzeuge versprochen und dann doch wieder aufgeschoben. Auch aktuell ist die Anschaffung von 40-Meter-Zügen nicht geplant, da der dafür notwendige Ausbau der Remise Steyrergasse noch immer nicht erfolgt ist. Das bedeutet weiterhin überfüllte Fahrzeuge – nicht nur zur Hauptverkehrszeit. Am 8.Dezember mussten sogar Fahrgäste an den Haltestellen zurückgelassen werden. Hinzu kommen auf sozialen Medien teilweise angekündigte, aber unbegründete Kursausfälle auf mehreren Linien, die einen zunehmenden Personalmangel vermuten lassen.

Wendemöglichkeiten bei Innenstadtsperren – Bis 2023 soll endlich eine Entlastungsstraße für die Herrengasse geschaffen werden. Für die Linien aus Andritz bedeutet eine Innenstadtsperre aber weiterhin die Einstellung. Betriebliche Wendemöglichkeiten, etwa bei der Keplerbrücke, wurden immer wieder vorgeschlagen, scheinen aber als nicht allzu dringlich angesehen zu werden. Schade.

Einfacher Zugang zu Fahrscheinen – Die jüngsten Pläne der Graz Linien, den Ticketverkauf in Fahrzeugen gänzlich einzustellen, wurden glücklicherweise inzwischen verworfen. Freilich berechtigt ist der Wunsch, das Fahrpersonal zu entlasten. Aus Sicht von PRO BIM sollte der Kauf von Tickets aber möglichst einfach und unkompliziert sein: Stationäre Automaten an allen Straßenbahn- und an wichtigen Bus-Haltestellen, Automaten in jedem Straßenbahnfahrzeug und eventuell zusätzlich auch in Gelenkbussen, ein dichtes Netz von Vorverkaufsstellen (hier könnten die großen Einzelhandelsketten als Partner gewonnen werden) und eine einfache, gut funktionierende App als Ergänzung.

Planung der Südwest- und Nordwestlinien – Die Entwicklung von Reininghaus schreitet voran, die Bezirke Wetzelsdorf und Straßgang wachsen, und auch in Alt-Grottenhof werden ohne Zweifel auf der verkauften Ackerfläche in naher Zukunft Wohnungen stehen. Die Südwestlinie wird von Jahr zu Jahr wichtiger. Ursprünglich sollte sie heuer, 2018, bereits fertig sein, ehe das Projekt durch Verschiebungen und Umplanungen systematisch umgebracht wurde. Indessen wünscht sich auch die Bevölkerung in Gösting einen Nahverkehrsknoten und eine Straßenbahn. Mehr als ein Stück altes Gleis in der Hirtenkloster-Siedlung ist vom Projekt „Nordwestlinie“ aber bis dato nicht zu sehen.

DOWNLOAD: ProBim_Wunschliste2019

Endlich! „Straßenbahn frei“ für sechs Projekte (davon 3 Neubaustrecken)

In der Vergangenheit hat „PRO BIM“ vor allem Kritik geübt: an diversen Versäumnissen beim Straßenbahnausbau und schließlich am wenig überraschenden Scheitern der Mobilitätsziele. Heute gab es jedoch positive Nachrichten: Sechs Tramprojekte, darunter drei Neubaustrecken. Das Grazer Netz könnte bis 2023 um vier Kilometer wachsen und durch zweigleisige Ausbauten erheblich leistungsfähiger werden. Ein Drittel der Kosten übernimmt das Land. Wir fühlen uns – bei aller Bescheidenheit – in unserer nunmehr fast 5-jährigen Arbeit bestätigt hoffen auf eine Umsetzung ohne weitere Verzögerungen!

Erstmals seit Langem gab es auch in finanzieller Hinsicht ein klares Bekenntnis von Stadt und Land zum Ausbau der Straßenbahn. In wenigen Jahren könnten „Reininghaus“ und „Smart City“ an das Schienennetz angeschlossen sein – für eine erfolgreiche Stadtentwicklung unerlässlich! Weiters könnte die Herrengasse endlich entflochten, die Linie 1 großteils und die Linie 5 durchgehend zweigleisig ausgebaut sein.

„Diese Straßenbahnen hält niemand mehr auf“, verkündete Bürgermeister Siegfried Nagl gegenüber dem ORF (http://steiermark.orf.at/news/stories/2893728). In der Tat wäre die Realisierung dieser Projekte ein großer Schritt für Graz. Es ist jedoch unbedingt sicherzustellen, dass der nun vorliegende Zeitplan eingehalten wird, dass Projekte nicht wieder umgereiht oder verschoben werden und insbesondere, dass keine Straßen-Großprojekte forciert werden, solange die entsprechenden Stadtteile nicht zuvor (!) einen Tramanschluss erhalten haben. Nur so lässt sich nämlich eine Mobilitätswende erreichen.

„PRO BIM“ gratuliert den Verantwortlichen und hofft, dass dieser erfolgreichen Ausbauphase schnellstmöglich, spätestens jedoch ab 2023, weitere Projekte folgen werden, etwa die Südwestlinie, die Nordwestlinie, die Anbindung der Karl-Franzens-Uni, die Verlängerung der Linie 5 zum Center West, eine zweite Straßanbahnachse für den stark wachsenden Bezirk Jakomini oder die Anschaffung von längeren und damit leistungsfähigeren Tramfahrzeugen (mindestens 40 Meter Länge).

 

Download: PA_2018-02-05_Straßenbahnausbau_2018-2

Graz ist an den eigenen Mobilitäts-Zielen gescheitert.

Die Hauptgründe hierfür sind ganz ohne Zweifel die unzähligen Verzögerungen und Versäumnisse beim Ausbau des Straßenbahn- Netzes. Anstatt diese Versäumnisse nun endlich aufzuholen geht die Stadt leider einmal mehr den Weg des geringsten Widerstandes – und will die Ziele kurzerhand nach unten korrigieren.

Der Modal Split in Graz wird vom motorisierten Individualverkehr (MIV) dominiert. Die aktuellsten Zahlen, die derzeit noch nicht vorliegen, werden dies mit Sicherheit bestätigen. Wenig überraschend, denn während etwa Linz und Innsbruck ihre Straßenbahnnetze zügig ausbauen, herrscht in der steirischen Landeshauptstadt vor allem Stillstand. Dabei wirken sich gerade in einer wachsenden Stadt höhere Anteile an „sanfter Mobilität“ (ÖV, Radfahrer, Fußgänger) nachweislich positiv auf die Verkehrssituation aus (siehe hierzu beispielsweise „Copenhagenization“ und „Road Diet“).

Da Graz den Ausbau des Schienennetzes seit Jahren verschläft, ist auch die angestrebte Mobilitätswende nicht eingetreten. Spätestens jetzt wäre der ideale Zeitpunkt, um sich an dem Ausbautempo der oben genannten Landeshauptstädte zu orientieren: In Linz wurden durchschnittlich 2 Kilometer pro Jahr neu gebaut. Aber die Politik hat einen einfacheren, bequemeren – aber natürlich auch wenig zielführenden – Weg gewählt: Die Mobilitätsziele wurden kurzerhand für „zu ambitioniert“ erklärt und sollen nun aufgeweicht werden. So kann man Ziele „erreichen“, ohne etwas dafür tun zu müssen. Ein klareres Eingeständnis der gescheiterten Verkehrspolitik in unserer Stadt ist schwer vorstellbar.

 

E-Busse sind keine Alternative zum Straßenbahnausbau – die Straßenbahn ist beliebter

Zuletzt wurde von ÖVP und FPÖ wieder einmal das Thema E-Busse aufgegriffen. Dazu ein Blick in die aktuellen Fahrgastzahlen der Graz Linien: Im Jahr 2017 wurden 117,2 Millionen Passagiere befördert, davon rund 57 Prozent (61,3 Millionen) mit der Straßenbahn, obwohl das derzeitige Schienennetz mit nur sechs Linien und etwa 34 Kilometern Netzlänge viel kleiner als das Busnetz (ca. 40 reguläre Linien) ist. Die Straßenbahn ist und bleibt das beliebteste öffentliche Verkehrsmittel der Grazerinnen und Grazer. Die zahlreichen erfolgreichen Tramprojekte in diversen Städten (aktuell beispielsweise in der zweitgrößten dänischen Stadt Århus – siehe: http://www.urbanrail.net/eu/dk/aarhus/aarhus.htm) untermauern die Erfolgsgarantie der Straßenbahn als modernem urbanen Verkehrsmittel. Wir empfehlen den Verantwortlichen hierzu dringend eine Recherche zum Thema „Straßenbahn- Renaissance“. E-Busse sind eine sinnvolle Ergänzung, aber keine Alternative zum Ausbau der Tram in Graz.

 

Pro Bim fordert: Aktuelle Projekte ohne Verzögerungen umsetzen und weitere Projekte vorbereiten

Die Verlängerungen nach Reininghaus und Smart City, sowie die Entlastungsstrecke über die Neutorgasse sind jedenfalls ohne weitere Verzögerungen in dieser Periode umzusetzen. Die Projekte sind ohnehin nicht mehr im Zeitplan: die Strecken in die neuen Stadtteile sollten ursprünglich 2019 in Betrieb genommen werden, die Entlastungsstrecke eigentlich schon seit Jahrzehnten fertig sein.

Weitere Neubaustrecken (Neuplanung der Südwestlinie, Nordwestlinie, Anbindung der KF-Uni, Verlängerung zum Center West usw.) sind rechtzeitig vorzubereiten, sodass nach Fertigstellung der aktuellen Projekte nahtlos weitergearbeitet werden kann.

 

„Gleichberechtigtes Nebeneinander aller Verkehrsteilnehmer“ bei gleichzeitiger Ablehnung jeglicher Einschränkungen für den MIV ist ein Widerspruch.

Abschließend noch ein paar klare Worte an jene Mitglieder des Gemeinderates, die zwar angeblich für ein gleichberechtigtes Nebeneinander eintreten wollen, dabei aber jegliche Beschränkungen für den Individualverkehr kategorisch ablehnen. Sie sind eingeladen, sich mit dem schwierigen Thema Verkehrsplanung ganzheitlich auseinanderzusetzen und dieses nicht auf Stammtischniveau zu reduzieren. Es sollte allen klar sein, dass die für eine Mobilitätswende benötigte Infrastruktur mitunter nur durch eine Neuorganisation der bestehenden Verkehrsflächen realisiert werden kann.

 

DOWNLOAD: PA 2018-01-22 – Mobilitätsziele

 

Weiterführende Informationen:

VCÖ 4_2016 Kapitel Rückbau von Stadtautobahnen

https://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance_der_Stra%C3%9Fenbahn

 

Dilettantischer E-Bus-Testbetrieb – Ein Grund mehr für den sofortigen und schnellen Ausbau unseres Straßenbahnnetzes!

Spätestens im letzten Halbjahr galten E-Busse für manchen politischen Tagträumer als das neue „Allheilmittel“ zur Lösung der Grazer Verkehrsprobleme. Der Bürgermeister sprang bald auf den Zug (oder besser: Bus) auf und alle Verantwortlichen waren erfreut, endlich wieder einen Grund gefunden zu haben, das Straßenbahnnetz nicht ausbauen zu müssen und die Bevölkerung über den Stillstand hinwegtäuschen zu können.

Ratlose Gesichter – Die professionelle Führung eines Verkehrsdienstleisters für über 300.000 Menschen sieht anders aus…
Zur Vorgeschichte: Ab Herbst 2016 sollten neue E-Busse in Graz getestet werden. Fahrzeuge und Lade-Infrastruktur stellte der chinesische Hersteller zur Verfügung, die Stadt musste etwa 1 Million Euro in Installations- und Adaptierungsarbeiten investieren.

An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass Pro Bim den Einsatz von emissionsfreien Elektrofahrzeugen als Ersatz für herkömmliche Dieselbusse – und nicht als Ersatz für erwiesenermaßen sinnvolle und notwendige Tramprojekte – durchaus begrüßt. Als positiv werten wir auch, dass die neuen Fahrzeuge vorher ausgiebig getestet werden. Ein solcher Test sollte jedoch effizient und professionell durchgeführt werden; dies ist in Graz leider nicht der Fall.

Statt wie ursprünglich geplant im Oktober 2016 werden die E-Busse frühestens ab Juni 2017 Fahrgäste transportieren können. Der Grund: gravierende technische Mängel an den Fahrzeugen und eine Holding-Graz-Vorstandsriege, der offensichtlich das nötige Fachwissen für einen solchen Testbetrieb fehlt. Die kalten Temperaturen taten ihr übriges; das Projekt wurde zum ordentlichen Reinfall.

Dies wirft natürlich etliche Fragen auf:

  • Wieso wurden diese Probleme vorher vertuscht und falsche Tatsachen verbreitet? Der Bürgermeister präsentierte Graz auf der Pressekonferenz als Pionierstadt für Elektrobusse, obwohl solche Busse in Deutschland schon in den 1980er Jahren unterwegs waren (Bilder unter: https://goo.gl/MGHTQq).
  • Warum werden hier Mittel für scheinbar unausgereifte Technik verschwendet, obwohl der Zustand der Straßenbahnstrecke nach Mariatrost immer schlechter wird und deren Sanierung bereits 2014 am Programm stand?
  • Warum wurde die Vergabe des Testbetriebes nicht öffentlich ausgeschrieben?
  • Warum lässt sich die Stadt Graz mit Herstellern ein, deren Qualitätsnormen scheinbar gewaltig von den bei uns üblichen Standards abweichen?
  • Warum versucht man immer wieder krampfhaft, neue und scheinbar innovative Verkehrsmittel zu etablieren, obwohl mit der Straßenbahn bereits ein sehr gutes und verlässliches urbanes Verkehrsmittel im Einsatz ist? Der Ausbau und die Attraktivierung des Straßenbahnnetzes müsste für die Politik und Holding Graz eigentlich höchste Priorität haben; mehr als leere Wahlversprechen waren der Bevölkerung in den letzten Jahren aber leider nicht vergönnt.
  • Warum setzt man auf Vorstandsebene und beim Verkehrsstadtrat nicht auf fachlich qualifiziertes Personal?

 

Fazit: Die Kosten für den bisher erfolglosen und unprofessionell durgeführten „Testbetrieb“ tragen die Steuerzahler. Eine Untersuchung dieser Vorgänge sollte jedenfalls zeitnah und unabhängig erfolgen.

Warum diese Missstände erst just nach der Wahl zutage treten, ist freilich eine andere Frage…

 

PDF-Version zum Herunterladen: 2017-02-13 – Testbetrieb E-Busse

Pro Bim fordert hohe Priorisierung des Tramausbaus in den Koalitions-Verhandlungen und sofortige Errichtung der Innenstadt-Entlastungsstrecke

Presse-Aussendung (10.02.2017):

Pro Bim fordert hohe Priorisierung des Tramausbaus in den Koalitions-Verhandlungen und sofortige Errichtung der Innenstadt-Entlastungsstrecke

Am heutigen Freitag entgleiste eine Straßenbahn am Hauptplatz. Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden, jedoch stand der Tramverkehr nördlich des Jakominiplatzes – wieder einmal – stundenlang still. Fahrgäste mussten bis zu 45 Minuten (!!) auf den Ersatzverkehr warten, die Graz Linien nannten massive Behinderungen durch den Individualverkehr als Grund für die Verspätungen.

Hier zeigt sich einmal mehr, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten verkehrspolitisch in Graz verschlafen wurde: Die Entlastungsstrecke für das Nadelöhr Herrengasse lässt noch immer auf sich warten und nach wie vor können sich die öffentlichen Verkehrsmittel nicht ohne Behinderungen durch den Autoverkehr durch die Stadt bewegen; umfassende ÖV-Beschleunigungsprogramme wurden in der Vergangenheit ebenso wenig umgesetzt.

Die Gemeinderatswahlen sind vorbei, derzeit wird über mögliche Koalitionsvarianten verhandelt. Dabei geht es um – zweifellos wichtige – Themen wie Bildung, Integration, Murkraftwerk oder das Wohnungsressort. Der Straßenbahnausbau scheint indessen nach der Wahl wieder in der Versenkung zu verschwinden. Es ist uns zumindest nicht bekannt, dass die Bürgermeisterpartei und Wahlsiegerin ÖVP ein klares Bekenntnis zum Tramausbau aus Voraussetzung für eine Zusammenarbeit in den nächsten Jahren gefordert hätte.

Wir dürfen die Grazer VP daher noch einmal an ihre Wahlversprechen (die bereits 2012 im Programm waren!) erinnern.

·       Bis 2021 soll die Südwestlinie fahren, die wichtige Entlastungsstrecke ist hier inkludiert und sollte im Idealfall schon früher fertig sein.
·       Ebenfalls versprochen hat die ÖVP im Wahlkampf eine Straßenbahn zu den Reininghausgründen (Verlängerung der Linie 3).
·       Auch die Nordwestlinie samt NVK Gösting stand auf dem Wahlprogramm der ÖVP

Wir fordern die Umsetzung dieser Projekte in den nächsten Jahren ohne weitere Verzögerungen. Weiters fordern wir die Anbindung der Smart City an das Straßenbahnnetz, sowie die Errichtung von Wendeschleifen im Bereich Südtiroler Platz und Keplerbrücke, um den Schienen-Ersatzverkehr bei Sperren der Herrengasse auf ein Minimum beschränken zu können.

DOWNLOAD:

PA-Koalition_Innenstadtentlastung

Neuwahlen in Graz – endlich auch ein Neustart für den Ausbau der Straßenbahn?!

Bereits im Februar 2017 sollen die nächsten Gemeinderatswahlen in Graz stattfinden, mehr ein halbes Jahr vor dem ursprünglich anberaumten Termin. Wir nehmen dies zum Anlass, unseren zentralen Forderungen noch einmal Nachdruck zu verleihen. In den letzten Jahren wurde leider viel zu wenig umgesetzt, obwohl Graz wächst und die Fahrgastzahlen Jahr für Jahr steigen.

Die Verkehrssituation in Graz leidet massiv unter einem viel zu hohen Anteil des motorisierten Individualverkehrs. Fast 50% aller Wege werden mit dem Auto zurückgelegt; zu viel in einer wachsenden Stadt. Anstatt sich endlich umfassend zum Straßenbahnausbau zu bekennen, setzt die Politik jedoch nur kleinste Projekte für die „sanfte Mobilität“ um, wohingegen das mit Abstand größte Verkehrsprojekt in Graz, der Südgürtel, eine vierspurige Hauptverkehrsstraße ist. So wird das Ziel, den Modal Split zugunsten von ÖV, Fahrrad und Fußgängern zu verbessern, mit Sicherheit nicht erreicht.

Forderung 1 – Mehr eigene ÖV-Trassen. Straßenbahnen und Busse im Stau sind und bleiben ein verkehrspolitisches Armutszeugnis!

Gerade zu Beginn der kälteren Jahreszeit wären pünktliche und verlässliche öffentliche Verkehrsmittel besonders wünschenswert. Leider stehen Bim und Bus weiterhin an zahlreichen Stellen hoffnungslos im Stau, da es die Stadt Graz konsequent verabsäumt hat, eigene ÖV-Trassen zu errichten bzw. den dafür erforderlichen Platz rechtzeitig zu sichern. In Linz liegt fast das gesamte Tramnetz auf eigenen Gleiskörpern (überwiegend schöne Rasengleise), in Graz ist es weniger als ein Drittel. Besonders problematisch ist die Situation tagtäglich in der Münzgrabenstraße (siehe auch Fotos im Anhang), wo die Fahrgäste heuer Verspätungen bis zu 40 Minuten erdulden mussten. Ein ordentliches Verkehrskonzept für diesen Streckenabschnitt fehlt weiterhin. Die Politik ist daran entweder nicht interessiert oder fürchtet die damit verbundenen Einschränkungen für den KFZ-Verkehr. Ähnliches gilt für die Leonhardstraße.

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Forderung 2 – Längere Straßenbahnfahrzeuge. Die Leistungsfähigkeit der Tram soll ausgenutzt werden.

Die Grazer Straßenbahnen sind mit 27 Metern zu kurz. Durch längere Fahrzeuge lässt sich die Kapazität einer Tramlinie um 50 Prozent oder mehr steigern, ohne dass zusätzliche Kurse vonnöten wären. Lange Fahrzeuge sind in Wien und Linz längst Standard und in Innsbruck werden bald Doppelgarnituren von 56 Metern Länge verkehren. Genauso lang (56m) sind auch die neuesten Tramfahrzeuge in Budapest.

Forderung 3 – Wichtige Neubaustrecken ohne weitere Verzögerung umsetzen. Das Land muss mitzahlen, aber die Stadt muss die entscheidenden Impulse liefern.

Viele Buslinien haben ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Die Linien 31, 32, 34(E), 39, 40 und 63 befördern pro Werktag zwischen 9000 und 13800 Menschen. Experten gehen davon aus, dass derartige Fahrgastzahlen (bisweilen wird 6000-8000 als Grenze genannt) mit der Straßenbahn wirtschaftlicher transportiert werden können. Das Argument „billiger Buslinien“ versus „teurer Straßenbahn“ ist also Unsinn. Die Politik muss das endlich einsehen und in die Errichtung moderner Schieneninfrastruktur investieren. Die Baukosten werden sich irgendwann amortisieren. Hinzu kommt, dass die Straßenbahn bei den Fahrgästen beliebter ist. Wir haben dies schon unzählige Male erwähnt und wurden vor kurzem wieder einmal bestätigt: die fahrgastreichste Buslinie hat weniger Fahrgäste als die „schwächste“ Tramlinie. Der Schienenbonus wirkt ohne Wenn und Aber! Für alle oben genannten Linien gibt es bereits Tramprojekte: Die Südwestlinie würde die Linien 31 und 32 teilweise ersetzen, die Nordwestlinie die Linie 40, die Anbindung der KF-Uni könnte die Linien 39 und 63 entlasten und auch für den Bereich Schönaugürtel-Andersengasse (Linien 34/34E) beschloss der Gemeinderat bereits 2002 eine Straßenbahnstrecke.

Dass neue Stadtteile wie Reininghaus und Smart City erst mit jahrelanger Verspätung an das Straßenbahnnetz angeschlossen werden, halten wir ebenfalls für einen schweren Fehler. Hier wurde bei der Planung einfach alles falsch gemacht. Während in Wien (Seestadt) und Hamburg (Hafencity) von Anfang an neu gebaute U-Bahnen in die Stadtentwicklungsgebiete fuhren, wurde in Graz erst kürzlich die Verschiebung um ein weiteres Jahr auf Ende 2020 beschlossen. Wir fordern die Rücknahme dieses Beschlusses und Einhaltung des ursprünglichen Zeitplans!

Die Wichtigkeit einer zweiten Schienenachse zur Entlastung bzw. Umfahrung der häufig gesperrten Herrengasse muss wohl nicht mehr betont werden. Auch hier sind keine Verzögerungen mehr zu akzeptieren.

 

DOWNLOAD (PDF): pa_neuwahlen2017

Rasengleise statt Asphaltwüsten – Mehr Grün für die Grazer Straßenbahn

 

Rasengleise sind in modernen Straßenbahnbetrieben ein zentrales Gestaltungsmittel. In Graz hingegen haben vollwertige Rasengleise seit Jahren keine Chance und die wenigen verbliebenen werden sukzessive zuasphaltiert.

Die Vorteile eines Rasengleises sind offensichtlich:

  • Die Straßenbahn kann sich vom übrigen Verkehr unabhängig fortbewegen. Angesichts der teilweise massiven Behinderungen der Tram durch den Individualverkehr in Graz wäre dies eine entscheidende Verbesserung der Qualität des ÖV.
  • Rasengleise bringen Grün in den ansonsten kahlen Straßenraum. Berühmt geworden ist in diesem Zusammenhang eine Aussage des ehemaligen Oberbürgermeisters von Nantes, Alain Chénard: „Die Straßenbahn hat uns einen Park gebracht“.
  • Rasengleise haben eine auf natürliche Weise lärmdämmende Wirkung. Hinsichtlich der fortwährenden Diskussion über Lärmschutz in Graz ein interessanter Aspekt und sicher zielführender als Zwangshaltestellen (Reiterkaserne) oder Tempolimits.

Nantes

Ein Rasengleis in Nantes (F)… (Foto: R. Spath)

In Graz gibt es de facto keine Rasengleise. Im besten Fall schaffen es ein paar armselige Grasbüschel zwischen Gittersteinen an die Oberfläche. Vor wenigen Tagen wurde das von der BOKU Wien in der Conrad-von-Hötzendorfstraße angelegte Rasengleis asphaltiert. Das unrühmliche Ende einer von Anfang an misslungenen Straßenumgestaltung (betrifft u.a. auch den Radverkehr).

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…und das traurige Pendant in der Grazer Conrad-von-Hötzendorfstraße

Pro Bim fordert endlich vollwertige Rasengleise anzulegen, so wie sie überall auf der Welt und – um nicht in die Ferne zu schweifen – etwa auch in Linz ein erfolgreiches Beispiel der Symbiose von leistungsfähiger Verkehrs-Infrastruktur und ansprechender Straßengestaltung sind. Möglichkeiten gibt es in Graz  genug!

Download PRESSEMAPPE: Pressematerial_Rasengleis

 

Bis zu 40 Minuten Verspätung am vergangenen Mittwoch – PRO BIM fordert die sofortige Umsetzung eines Straßenbahn-Beschleunigungsprogramms

Ob Wien, Linz, Budapest oder zahlreiche andere, vor allem französische, Städte – in modernen Straßenbahnbetrieben fährt die Tram auf abgetrennten, vom Individualverkehr unabhängigen Gleistrassen. Wo dies aus Platzgründen nicht möglich ist, wird verkehrsberuhigt. Oberste Priorität hat stets die Pünktlichkeit, Leistungsfähigkeit und Attraktivität der Straßenbahn. Der Erfolg gibt den Verantwortlichen Recht.

Graz ist leider – wieder einmal – anders: Weniger als die Hälfte des Grazer Netzes führt über eigene Gleiskörper oder durch verkehrsberuhigte Straßen (z.B. Fußgängerzonen). Ein Großteil verläuft im Mischverkehr, also auf Verkehrsflächen, die gemeinsam mit dem Individualverkehr genutzt werden müssen. Hierbei handelt es sich oftmals um stark befahrene Hauptverkehrsstraßen.

Aus diesem Grund forderte PRO BIM bereits vor Jahren ein Beschleunigungsprogramm, um ein Im-Stau- Stehen der Tram ein für alle Mal zu verhindern. Wieviel davon bis dato umgesetzt wurde – nämlich so gut wie gar nichts – bekamen die Fahrgäste am Mittwoch deutlich zu spüren. Bis zu 40 Minuten betrug die Verspätung auf der Linie 6 laut einer Grazer Tageszeitung, da wäre man zu Fuß schneller gewesen…

Apropos Linie 6: Gerade in der Münzgrabenstraße kommt es täglich, nicht nur vor Feiertagen, zu massiven Behinderungen der Straßenbahn. Obwohl die Straße stellenweise breit genug für eigene Gleiskörper wäre, wurden solche bis dato nicht errichtet. Ebenso gibt es nach wie vor kein Verkehrskonzept für den Dietrichsteinplatz. Der dortige Nachrang für die Straßenbahn ist ein Relikt aus der Zeit der Einführung des innerstädtischen Einbahn-Systems und aus Sicht des ÖV völlig inakzeptabel.

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Die Stadt Graz hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um die Fahrgastzahlen des ÖV zu erhöhen und gleichzeitig den KFZ-Verkehr zu reduzieren. Es ist aber fraglich, ob jene Fahrgäste, die am Mittwoch 40 Minuten auf ihre Bim warten mussten, in Zukunft nicht lieber ein anderes Verkehrsmittel benutzen.

PRO BIM fordert daher abermals die rasche Umsetzung eines konsequenten Straßenbahn- Beschleunigungsprogramms. Verkehrsexperten sind sich längst einig darüber, dass eine Umverteilung oberirdischer Verkehrsflächen zugunsten der „sanften Mobilität“ meist der einfachste, günstigste und effektivste Weg zur Beseitigung von innerstädtischen Verkehrsproblemen ist.

Download (PDF): PA_20160529_Beschleunigungsprogramm_JETZT

Linie 1 darf nicht kaputtgespart werden!

Die erneute Verschiebung der Sanierung der Linie 1 (Mariatroster Strecke) kommt einer schleichenden Einstellung gleich!

Die Strecke im Mariatroster Tal ist in einem desolaten Zustand. Ursprünglich hätte 2014 mit der Sanierung begonnen werden sollen. Damals wurde diese auf 2015 und dann wiederum auf heuer verschoben. Nun wurde der Ausbau anscheinend erneut abgesagt. PRO BIM fürchtet um die Zukunft der Linie 1.IMG_3280b

Als hätte man aus der Vergangenheit, der systematischen Zerstörung von Straßenbahnstrecken in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren, nichts gelernt, wird der Ausbau der Linie 1 nach Mariatrost offenbar so lange verschoben, bis ein sicherer Fahrgasttransport nicht mehr gewährleistet werden kann. Schon jetzt beträgt die erlaubte „Höchst“-Geschwindigkeit an zahlreichen Stellen nur noch 15-20 km/h.

Auch wenn es nach wie vor Personen gibt, die Busse (und Gondeln…) als bessere Alternative zur Straßenbahn ansehen, so hat doch spätestens die inzwischen eingestellte Linie 211 nach Fölling bewiesen, wie attraktiv im Stau stehende Busse in der Mariatroster Straße aus Fahrgastsicht tatsächlich sind.

Hinzu kommt, dass die „Feldstrecke“ zwischen Mariagrün und Mariatrost nicht nur die landschaftlich schönste Straßenbahntrasse in Graz, sondern als vollständig abgetrennte Gleisanlage auch äußerst wenig störungsanfällig ist. Ein Kaputtsparen der Linie 1 nördlich des Hilmteichs führt zu einem massiven Qualitätsverlust des öffentlichen Verkehrs im wachsenden Bezirk Mariatrost. Der Fehlplanung eines völlig deplatzierten Park-&-Ride-Hauses darf keine erneute Fehlentscheidung folgen (vielmehr sollte an einer Verlängerung der Linie 1 getüftelt werden).

PRO BIM fordert, die Sanierung und den Ausbau der Linie 1 entsprechend dem bis zuletzt gültigen Zeitplan ab heuer umzusetzen. Auch wenn heuer nur kleinere Sanierungsarbeiten zur Symptombekämpfung unternommen werden, hätte dies dennoch eine Sperre der Strecke zur Folge, was für die Fahrgäste mindestens einen zusätzlichen Sommer Schienenersatzverkehr bedeuten würde. Wenn Geld für Straßenunterführungen und Gondelplanungen vorhanden ist, muss auch die Erhaltung des Tramnetzes finanzierbar sein!

Download-Version (PDF): PA_20160127_Linie1

PA – RIP Linie 2

Presse-Aussendung (18.01.2016): RIP Linie 2

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Straßenbahntriebwagen der Linie 2 am Geidorfplatz.

 

Vor ziemlich genau 45 Jahren, am 16. Jänner 1971, verkehrte die Linie 2 zum letzten Mal auf ihrer Strecke zur Wormgasse. Seit 45 Jahren klafft eine Lücke in den Liniennummern der Grazer Straßenbahnen. Eine Lücke, die an eine Zeit erinnert, in der kurzsichtige Politiker zahlreiche Straßenbahnstrecken in Graz zerstören ließen, um mehr Platz für Autos und vermeintlich fortschrittlichere Busse zu schaffen.
Spätestens seit den 1990er-Jahren, als in Frankreich die Straßenbahn-Renaissance einsetzte („Die Straßenbahn ist die städtebauliche Idee des Jahrhunderts“ – Alain Chenard, ehem. Oberbürgermeister von Nantes), ist jedoch klar:
• Busse sind der Straßenbahn in puncto Kapazität weit unterlegen
• Busse sind keinesfalls weniger störungsanfällig, insbesondere dann nicht, wenn sie mangels Busspuren im Stau stehen müssen.
• Busse haben eine geringere Akzeptanz bei den Fahrgästen.Schienenfahrzeuge werden als hochrangige Verkehrsmittel wahrgenommen, bei einem Bus ist der Vorteil gegenüber dem eigenen PKW weniger offensichtlich.
• Kurzum: Die Straßenbahn ist das ideale öffentliche Verkehrsmittel für mittelgroße Städte. Weitaus geringere Bau- und Betriebskosten als die – in den 6oer- und 70er-Jahren als Allheilmittel gegen Verkehrsprobleme angesehene – U-Bahn und trotzdem eine beachtliche Leistungsfähigkeit und Attraktivität. Zahlreiche Länder und Städte folgten dem Straßenbahnboom; inzwischen wird sogar in Washington D.C. eine Straßenbahn errichtet.
Auch in Graz werden (endlich) wieder Straßenbahnen geplant (Verlängerungen der Linien 3 und 6, deren Umsetzung hoffentlich bis 2019 erfolgt), jedoch gibt es auch hier immer wieder Stimmen, die versuchen, E-Busse als bessere Alternative zu verkaufen.
E-Busse sind eine sinnvolle Ergänzung des Bus-Fuhrparks, aber aus oben genannten Gründen (diese gelten für alle Arten von Bussen) keine Alternative zum Schienenverkehr! In diesem Zusammenhang kann nicht oft genug betont werden, dass die sechs Grazer Straßenbahnlinien täglich mehr Menschen befördern, als alle Buslinien zusammen, und dass die fahrgastreichste Tramlinie etwa dreimal so viele Personen transportiert, wie die fahrgastreichste Buslinie.
Wir hoffen, dass Graz nun wieder auf „Pro Bim“-Kurs ist, und diesen nicht mehr verlässt. Stark frequentierte Buslinien sollten endlich auf die leistungsfähigere Straßenbahn (Südwest- und Nordwestlinie) umgestellt werden. Weiters fordert PRO BIM, die Lücke in den Liniennummern wieder zu schließen, indem eine neue Linie 2 inklusive der längst überfälligen Anbindung der Karl-FranzensUniversität umgesetzt wird. Die Ostgürtel-Trasse ließe sich dafür sinnvoll nutzen, und das Schreckgespenst einer vierspurigen Hauptverkehrsstraße durch Wohngebiete somit endgültig vertreiben.

Mit straßenbahnfreundlichen Grüßen —–

Pro Bim Graz – Die Initiative für den Öffentlichen Verkehr