Linie 1 darf nicht kaputtgespart werden!

Die erneute Verschiebung der Sanierung der Linie 1 (Mariatroster Strecke) kommt einer schleichenden Einstellung gleich!

Die Strecke im Mariatroster Tal ist in einem desolaten Zustand. Ursprünglich hätte 2014 mit der Sanierung begonnen werden sollen. Damals wurde diese auf 2015 und dann wiederum auf heuer verschoben. Nun wurde der Ausbau anscheinend erneut abgesagt. PRO BIM fürchtet um die Zukunft der Linie 1.IMG_3280b

Als hätte man aus der Vergangenheit, der systematischen Zerstörung von Straßenbahnstrecken in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren, nichts gelernt, wird der Ausbau der Linie 1 nach Mariatrost offenbar so lange verschoben, bis ein sicherer Fahrgasttransport nicht mehr gewährleistet werden kann. Schon jetzt beträgt die erlaubte „Höchst“-Geschwindigkeit an zahlreichen Stellen nur noch 15-20 km/h.

Auch wenn es nach wie vor Personen gibt, die Busse (und Gondeln…) als bessere Alternative zur Straßenbahn ansehen, so hat doch spätestens die inzwischen eingestellte Linie 211 nach Fölling bewiesen, wie attraktiv im Stau stehende Busse in der Mariatroster Straße aus Fahrgastsicht tatsächlich sind.

Hinzu kommt, dass die „Feldstrecke“ zwischen Mariagrün und Mariatrost nicht nur die landschaftlich schönste Straßenbahntrasse in Graz, sondern als vollständig abgetrennte Gleisanlage auch äußerst wenig störungsanfällig ist. Ein Kaputtsparen der Linie 1 nördlich des Hilmteichs führt zu einem massiven Qualitätsverlust des öffentlichen Verkehrs im wachsenden Bezirk Mariatrost. Der Fehlplanung eines völlig deplatzierten Park-&-Ride-Hauses darf keine erneute Fehlentscheidung folgen (vielmehr sollte an einer Verlängerung der Linie 1 getüftelt werden).

PRO BIM fordert, die Sanierung und den Ausbau der Linie 1 entsprechend dem bis zuletzt gültigen Zeitplan ab heuer umzusetzen. Auch wenn heuer nur kleinere Sanierungsarbeiten zur Symptombekämpfung unternommen werden, hätte dies dennoch eine Sperre der Strecke zur Folge, was für die Fahrgäste mindestens einen zusätzlichen Sommer Schienenersatzverkehr bedeuten würde. Wenn Geld für Straßenunterführungen und Gondelplanungen vorhanden ist, muss auch die Erhaltung des Tramnetzes finanzierbar sein!

Download-Version (PDF): PA_20160127_Linie1

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